Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Diabetes-Medikament mit Ein/Aus-Schalter

Aktuelles

Arzneifläschchen aus Glas, davor ausgeschüttete weiße Tabletten

Eine abgewandelte Form bekannter Diabetes-Wirkstoffe könnte helfen, Nebenwirkungen zu minimieren.
© Neiromobile - Fotolia

Di. 14. Oktober 2014

Diabetes-Medikament, das sich mit Licht anknipsen lässt

Medikamente haben häufig den Nachteil, dass sie Nebenwirkungen mit sich bringen können. Um dieses Risiko für Typ-2-Diabetiker zu senken, haben Forscher jetzt einen bekannten Arzneistoff so abgewandelt, dass sich seine Wirkung durch blaues Licht quasi anknipsen lässt. Das könnte die Behandlung der Krankheit in Zukunft verbessern.

Anzeige

Mit Umbauten an der Molekülstruktur haben die Wissenschaftler vom Imperial College London und der Ludwig-Maximilians-Universität München den Diabetes-Wirkstoff aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe verändert. Jetzt verändert er seine Form, wenn er blauem Licht ausgesetzt ist. Durch das Licht gehe das Medikament in eine aktive Form über und stimuliere Zellen der Bauchspeicheldrüse dazu, Insulin freizusetzen, erläutern die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communications. Ihre Idee klingt bestechend: Unter normalen Umständen wäre der Wirkstoff inaktiv, könnte jedoch von Zuckerkranken mit Hilfe von blauen LEDs, die auf der Haut haften, einfach angeschaltet werden – so die Theorie. Damit das Medikament in seine aktive Form wechselt, müsste nur eine kleine Menge an Licht durch die Haut dringen, erläutern die Forscher. Der Wechsel sei jedoch umkehrbar. Das bedeutet, dass dieses Mittel wieder in seine inaktive Form zurückkehrt, wenn das Licht abgeschaltet wird.

Mit diesem Medikament wäre eine bessere Kontrolle des Blutzuckers möglich, so die Hoffnung der Forscher. Bisherige Mittel wirkten oft auch auf andere Organe oder produzierten unter Umständen sogar zu viel Insulin, so dass der Blutzuckerspiegel gefährlich sinke. Das neue Medikament lasse sich dagegen nur für kurze Zeit aktivieren, wenn es gebraucht werde, zum Beispiel nach einer Mahlzeit, sagt einer der Leiter der Forschergruppe, Dr. David Hodson aus London. Noch seien die Ergebnisse allerdings auf das Labor beschränkt, gibt der Wissenschaftler zu bedenken. Es sei immer ein langer Weg, bis neue Medikamente tatsächlich für die Therapie zur Verfügung stünden.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Apfel und Salat gegen die Knoblauchfahne

Welche Mittel am besten helfen, um lästigen Knoblauchgeruch zu beseitigen.

Zahnersatz richtig pflegen

Eine schlecht gereinigte Prothese kann unter Umständen sogar Krankheiten verursachen.

Gute Vorsätze beugen Feiertags-Pfunden vor

Wer über die Festtage schlank bleiben möchte, kann jetzt schon etwas tun.

Thema der Woche: Starke Schmerzmittel

Solche Medikamente werden immer häufiger verschrieben. Lesen Sie hier, was bei der Einnahme zu beachten ist.

Vegan ist nicht automatisch gesund

Eine rein pflanzliche Ernährung kann schnell zu einem Nährstoffmangel führen.

Pilz könnte Morbus Crohn verursachen

Forscher sind der Ursache für die chronisch entzündliche Darmerkrankung auf der Spur.

Medikamente: 4 Tipps zur sicheren Einnahme

Je mehr Arzneimittel eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr für Wechselwirkungen.

Gel-Spritze bei Mittelohrentzündung

Ein neuartiges Gel könnte die Therapie einfacher und sicherer machen.

Demenzform, die auch Jüngere betrifft

Manche Patienten mit Frontotemporaler Demenz fallen durch aggressives Verhalten auf.

Thema der Woche: Stress lass nach!

Wie man bei zu viel Druck im Alltag gegensteuern kann.

Innere Uhr: Frauen schlafen anders

Der veränderte Rhythmus könnte zu mehr Schlafstörungen führen.

Der beste Weg aus der Alkoholsucht

Forscher verglichen kontrolliertes Trinken mit totaler Abstinenz.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen