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Seniorin schneidet Gemüse in der Küche.

Wer in der Küche mit Fett sparsam umgeht, ist als Diabetiker auf dem richtigen Weg.
© Jeanette Dietl - Fotolia

Do. 22. Januar 2015

Bei Diabetes vor allem auf das Fett achten

Etwas toleranter beim Blutzucker, aber streng das Fett limitieren, so könnte man die Empfehlungen von Professor Dr. Thomas Konrad vom Institut für Stoffwechselforschung in Frankfurt für Typ-2-Diabetiker zusammenfassen. Konrad erklärte die moderne Diabetestherapie auf einer internationalen Fortbildungswoche der Apotheker im österreichischen Schladming.

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Es ist von Anfang an das Fett aus der Nahrung, das den Diabetes im Körper entstehen lässt. Fettzellen werden durch das Überangebot in der Nahrung zu prall und platzen, die Organe des Körpers werden quasi mit Fett überschwemmt. Das Fett wird wegen des großen Überschusses nur noch unvollständig verbraucht, bei diesem Stoffwechsel-Ausweg entstehen aggressive Moleküle, sogenannte freie Radikale. Das führt zu Entzündungen, die auch der Grund für die Insulinresistenz der Muskelzellen sind.

Während bis etwa zum Jahr 2000 die Diabetestherapie vorwiegend den Zuckerspiegel im Blut im Fokus hatte, gelten heute andere Parameter als gefährlich, allen voran das Fett im Blut und das Übergewicht des Patienten. Denn sterben tut die ganz überwiegende Zahl der Typ-2-Diabetiker an den diabetischen Herz-Kreislauf-Folgen.

Weniger Fett essen und abnehmen sei das oberste Ziel für den Typ-2-Diabetiker, dann fiele ihm auch das notwendige Bewegen leichter. Denn durch das Gewicht hätte sich bei den meisten Diabetikern schnell eine Arthrose eingestellt. Über dies litten sie unter Müdigkeit. Einfache Strategien würden hier ansetzen und bei konsequentem Durchhalten zu enormen Erfolgen führen. Täglich eine halbe Stunde auf dem Fahrrad bzw. Hometrainer empfiehlt Konrad seinen Patienten unter anderem, und "süße Sünden" mit Bewegung kompensieren. Allerdings sind Lebensstiländerungen dieser Art schwer durchzusetzen. Zu lange schon seien die falschen Gewohnheiten zu Ritualen geworden. Selbst nach erstaunlichen Abnehmerfolgen "kippten" die Patienten wieder in ihr altes Verhalten zurück. Deshalb empfiehlt Konrad, eher als bisher mit Magenbändern die Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen zu begrenzen.

Was den Zuckerwert anginge, gelten heute keine sklavischen Zielwerte mehr, sondern Zielkorridore. Je älter der Diabetiker sei, desto höher dürfe der Langzeitblutzuckerwert HbA1c ausfallen, bis etwa 7,5 Prozent. Der Zuckerspiegel hat nur untergeordneten Einfluss auf die großen Blutgefäße wie am Herzen. Dort lagern sich eher überschüssige Fettpartikel ab. An den kleinen Blutgefäßen wie am Auge allerdings spielt der Zucker eine größere Rolle.

In der medikamentösen Therapie gilt die bewährte Substanz Metformin als Mittel der Wahl. Nach neuesten Studien wirkt sie sogar im Vergleich zu gesunden Menschen lebensverlängernd. Reicht das nicht aus, kommen Kombinationstherapien mit Insulin zum Einsatz. Wegen der Magen-Darm-Nebenwirkungen bevorzugen Patienten allerdings oft ganz moderne Medikamente wie DPP-4-Inhibitoren. Unterzuckerungen seien möglichst zu vermeiden und die Wahrnehmung dafür zu schärfen, denn sie haben für den Diabetiker ebenfalls Langzeitfolgen.

Nach wie vor greift der Diabetes mit steilen Zuwachskurven in die westliche Gesellschaft ein. Allein in den Jahren 1998 bis 2012 stieg die Patientenzahl in Deutschland um 38 Prozent. Jährlich registrieren die Mediziner hierzulande 270.000 Neuerkrankungen.

JPL

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