Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Kein Codein für Kinder unter zwölf Jahren

Aktuelles

Hustendes blondes Mädchen, ca. 8  Jahre, Shirt wird am Rücken von Ärztin hochgehoben und mit Stethoskop abgehört

Kindern mit Husten soll in Zukunft kein Codein mehr verordnet werden. Es besteht das Risiko, dass sich Atemprobleme entwickeln.
© Ilike - Fotolia

Mo. 27. April 2015

Kein Codein mehr für Kinder unter zwölf Jahren

Hustenstillende Medikamente mit dem Wirkstoff Codein dürfen bei Kindern unter zwölf Jahren nicht mehr angewendet werden. Dasselbe gilt für Kinder zwischen zwölf und 18 Jahren, die unter Atembeschwerden leiden. Das hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nach Prüfung durch ein Expertengremium entschieden.

Anzeige

Grund der Nutzen-Risiko-Bewertung für diesen Wirkstoff war das erhöhte Risiko für Atemprobleme bei Kindern in dieser Altersgruppe. Das betrifft vor allem Personen mit einer bestimmten genetischen Ausprägung, bei denen Codein im Körper überdurchschnittlich schnell zu Morphin umgewandelt wird, sogenannte ultra-schnell Metabolisierer. Zwar trete die gefürchtete Atemdepression in allen Altersgruppen auf, bei Kindern unter zwölf Jahren sei sie jedoch besonders schwer vorhersehbar, begründete der zuständige Ausschuss bei der EMA seine Entscheidung. Auch ältere Kinder, die bereits Atemprobleme haben, seien gefährdet. Die Behörde verweist darauf, dass Husten und Erkältung ohnehin Erkrankungen seien, die meist von selbst ausheilen. Zudem lägen für den Nutzen von Codein als Hustenmittel bei Kindern kaum Daten vor. Generell rät die EMA, Codein nicht bei ultra-schnell Metabolisierern jedweden Alters und bei stillenden Müttern einzusetzen.

Den Anstoß für das Risikobewertungsverfahren hatte im vergangenen Jahr das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gegeben. Hintergrund waren mehrere Meldungen über schwere Komplikationen bis hin zu Todesfällen unter der Therapie mit Codein bei Kindern. Die Anwendung codeinhaltiger Arzneimittel zur Schmerzbehandlung bei Kindern wurde bereits 2013 deutlich eingeschränkt. Die Empfehlungen sind nun in allen EU-Ländern sofort umzusetzen, das heißt, es werden u.a. Beipackzettel und Fachinformationen der entsprechenden Codein-Medikamente geändert.

kg/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Zahnersatz richtig pflegen

Eine schlecht gereinigte Prothese kann unter Umständen sogar Krankheiten verursachen.

Gute Vorsätze beugen Feiertags-Pfunden vor

Wer über die Festtage schlank bleiben möchte, kann jetzt schon etwas tun.

Thema der Woche: Starke Schmerzmittel

Solche Medikamente werden immer häufiger verschrieben. Lesen Sie hier, was bei der Einnahme zu beachten ist.

Vegan ist nicht automatisch gesund

Eine rein pflanzliche Ernährung kann schnell zu einem Nährstoffmangel führen.

Pilz könnte Morbus Crohn verursachen

Forscher sind der Ursache für die chronisch entzündliche Darmerkrankung auf der Spur.

Medikamente: 4 Tipps zur sicheren Einnahme

Je mehr Arzneimittel eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr für Wechselwirkungen.

Gel-Spritze bei Mittelohrentzündung

Ein neuartiges Gel könnte die Therapie einfacher und sicherer machen.

Demenzform, die auch Jüngere betrifft

Manche Patienten mit Frontotemporaler Demenz fallen durch aggressives Verhalten auf.

Thema der Woche: Stress lass nach!

Wie man bei zu viel Druck im Alltag gegensteuern kann.

Innere Uhr: Frauen schlafen anders

Der veränderte Rhythmus könnte zu mehr Schlafstörungen führen.

Der beste Weg aus der Alkoholsucht

Forscher verglichen kontrolliertes Trinken mit totaler Abstinenz.

Pflanzenkost senkt Entzündungszeichen

Folge: Ein geringeres Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt und Diabetes.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen