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Kleines Mädchen nimmt Arzneisaft.

Antibiotika für Kinder gibt es oft in Form sogenannter Trockensäfte. Das ist ein Pulver, das noch mit Wasser zum fertigen Saft vermischt werden muss.
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Mo. 18. Mai 2015

Antibiotika für Kinder: Trockensäfte mit Tücken

Antibiotika-Trockensäfte richtig zuzubereiten, ist nicht einfach. Zu heißes, zu viel, zu wenig oder gar kein Wasser: Wenn Eltern die Trockensäfte selbst auflösen, sind viele Fehler möglich. Daher bieten viele Apotheker an, den Saft schon in der Apotheke herzustellen.

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Vor allem Anwender, die Probleme mit der deutschen Sprache, dem Sehvermögen oder der Feinmotorik haben, seien hier auf Hilfe angewiesen. Das sagte Dr. Wolfgang Kircher, Apotheker in Peißenberg, in einem Vortrag auf dem Bayerischen Apothekertag. Präparate mit störanfälliger Zubereitung, zum Beispiel mit hohem Schüttvolumen des Pulvers oder stark schäumenden Suspensionen, sind ebenfalls oft erklärungsbedürftig.

Ein oft unterschätzter Fehler ist es, die erste Wasserportion bei Säften mit hoher Pulvermenge gering zu halten. Bei sprüh- oder gefriergetrockneten Präparaten füllt das Pulver einen Großteil des späteren Volumens aus. Dies verleitet dazu, zunächst wenig Wasser zuzugeben. Bei zu geringer Menge entstehe ein zähes Gel, das an der Glaswand hafte und später nicht mehr aufgelöst werden könne, warnte Kircher. Die Folge: Der Saft ist unterdosiert.

Gut geeignet für Kinder seien Minitabletten, berichtete Kircher. Das sind Tabletten mit einem Durchmesser unter 2 mm. Die Akzeptanz bei Säuglingen und Kindern sei hervorragend. Minitabletten würden demnächst in den Handel kommen. Kindgerecht sind auch Direktgranulate. Das Brausegranulat zerfällt im Mund schnell zu einer Lösung oder einem hochviskösen Gel.

bmg/PZ/RF

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