Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Johanniskraut nicht leichtfertig nehmen

Aktuelles

Frau schaut skeptisch auf Kapsel, die sie gerade mit einem Glas Wasser einnehmen will

Pflanzlicher Stimmungsaufheller: Johanniskraut kann bei Depressionen helfen, hat aber auch Nebenwirkungen.
© Peter Maszlen - Fotolia

Mo. 06. Juli 2015

Johanniskraut: Ähnliche Nebenwirkungen wie Antidepressiva

Um Depressionen, Ängste oder nervöse Unruhe zu lindern, setzten viele Menschen auf die Heilkraft des Johanniskrauts. Oft wird dabei pflanzlich mit harmlos gleichgesetzt, doch auch Wirkstoffe auf Pflanzenbasis sind Medizin und können entsprechende Nebenwirkungen haben.

Anzeige

So können bei Johanniskraut die gleichen Nebenwirkungen auftreten wie bei Antidepressiva. Zu diesem Ergebnis kommen Pharmazeuten von der University of Adelaide in Australien, die Fälle von Nebenwirkungen bei Johanniskraut und Fluoxetin, einem Antidepressivum, gesammelt hatten. Bei beiden Wirkstoffen kann es demnach unter anderem zu Angst, Panikattacken, Übelkeit, Müdigkeit und Aggressionen kommen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology. Zwar waren in der Zeit zwischen 2000 und 2013 nur 84 Nebenwirkungen bei Johanniskraut zu verzeichnen gewesen, dagegen 447 bei Fluoxetin. Die Forscher betonen aber, dass auch weniger Menschen zu dem Pflanzenwirkstoff greifen als zu dem Antidepressivum und dass Nebenwirkungen von pflanzlichen Mitteln oft ungenannt bleiben, weil diese nicht als Medizin angesehen werden. Werden beide zusammen eingenommen, könne es sogar zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, warnen die Forscher.

Wie alle pflanzlichen Mittel sei auch Johanniskraut ein Medikament, sagt Claire Hoban. Vor allem sei es eines, dass auch ernste Nebenwirkungen wie einen gefährlichen Anstieg der Körpertemperatur oder des Blutdrucks verursachen könne. "Die meisten Menschen, die Johanniskraut verwenden, werden keine Nebenwirkungen haben", sagt Dr. Ian Musgrave. Allerdings sollten alle, die den Pflanzenwirkstoff einnehmen, ihren Arzt und ihren Apotheker darüber informieren, damit diese alle Arzneimittel kennen, die von einer Person verwendet werden - auch die rezeptfreien und rein pflanzlichen. "Auch Pflanzenmittel wie das Johanniskraut können ernste Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie Antidepressiva, Verhütungspillen oder Blutverdünnern, haben", warnt Musgrave.

HH

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen