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Graue, trübe Tage und sinkende Temperaturen können bei Menschen eine echte Winterdepression auslösen.

In Herbst und Winter leiden viele Menschen unter der Dunkelheit. Bei manchen kann sich daraus eine Winterdepression entwickeln.
© Kzenon - Fotolia.com

Di. 01. Dezember 2015

Sanfte Wege aus dem Stimmungstief

Graue, trübe Tage und sinkende Temperaturen können bei Menschen eine echte Winterdepression auslösen. "Sad" heißt auf Englisch traurig und die drei Buchstaben umschreiben gleichzeitig die offizielle Diagnose für die Winterdepression. SAD steht für die saisonal abhängige Depression. Darauf macht der Landesapothekerverband Baden-Württemberg aufmerksam.

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Betroffene Menschen fühlen sich antriebslos, ständig bedrückt, müde und klagen über Heißhungerattacken auf Süßes wie Kuchen oder Schokolade und dadurch bedingte Gewichtszunahme. So unterscheidet sich die Winterdepression von normalen Depressionen, bei denen eher anhaltende Nervosität, Ängste, Schlaflosigkeit und Gewichtsabnahme als Symptome auftreten. Leichteren Formen der Winterdepression kann man mit einer bewussten Lebensstiländerung begegnen oder durch die Einnahme pflanzlicher Stimmungsaufheller entgegensteuern. Bei anhaltender, starker Traurigkeit und wenn Winterdepressionen nicht das erste Mal auftreten, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Das mangelnde Tageslicht scheint für die Wissenschaft der entscheidende Auslöser für die Winterdepression zu sein. "Lichtmangel erhöht die Ausschüttung von Melatonin. Dieser Nervenbotenstoff macht uns schläfrig und er bewirkt noch dazu, dass unser körpereigener Stimmungsaufheller Serotonin nicht mehr wirkt", erklärt Wolf Kümmel, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, die Zusammenhänge. "Gegen das Stimmungstief hilft am besten, sich auch an trüben Tagen draußen aufzuhalten. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause und an den freien Tagen liefert auch bei bedecktem Himmel genügend Licht, um die Botenstoffe besser ins Lot zu bringen." Auch sogenannte Lichtduschen können eine Besserung bringen. Sie sollten aber morgens, noch in der Dämmerung, angewendet werden.

Bei leichten Formen der Winterdepression können Vitamin-D3-Präparate oder pflanzliche Wirkstoffe, wie entsprechend hoch dosiertes Johanniskraut, ergänzend helfen. Wolf Kümmel: "Beachtet werden muss aber auch, dass Johanniskraut mögliche Wechselwirkungen zu anderen Arzneimitteln hat. Sprechen Sie hierzu Ihren Apotheker an. Als Empfehlung bei alternativen Therapien taucht immer wieder eine Pflanze namens Rosenwurz auf. Sie ist von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zwar nicht als Arzneimittel zugelassen worden, aber sie gilt als stimmungsaufhellend, ausgleichend und auch konzentrationsfördernd. Mit diesen Eigenschaften könnte sie das Stimmungstief lindern."

LAV/PEF

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