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Am 10. Februar beginnt die Fastenzeit.

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Für die Gesundheit lohnt es sich bereits, in dieser Zeit nur auf einige Genussmittel wie Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten.
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Sa. 06. Februar 2016

Thema der Woche: Fasten – So gelingt das Verzichten

Fasten, das ist für viele nach wie vor nur ein anderes Wort für Diät. Dabei geht es in der bevorstehenden Fastenzeit vom 10. Februar bis zum 26. März um weit mehr als um das Weglassen bestimmter Nahrungsmittel. Denn der bewusste Verzicht ist für viele Fastende ein Gewinn – etwa an Zeit und Ruhe, vor allem aber an innerem Gleichgewicht. Alles, was sie rund um das Thema Fasten wissen sollten und wie Sie Fehler vermeiden, lesen Sie im aktuellen Thema der Woche.

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Der Aschermittwoch ist nicht nur das Ende der Karnevalszeit, er läutet auch die Fastenzeit der Christen ein. Längst geht es dabei nicht mehr ausschließlich um den Verzicht bestimmter Lebensmittel und Alkohol. Heute nutzen viele Menschen die knapp sieben Wochen bis Ostern, um sich eine Auszeit von anderen ungesunden Gewohnheiten zu nehmen. "Zu viel Fernsehen, zu viel Computer- und Smartphone-Nutzung, zu wenig Bewegung, zu viele Süßigkeiten, zu wenig Schlaf – in der Regel wissen wir sehr genau, was uns in unserem Leben nicht guttut. Der Alltagstrott lässt uns dennoch daran festhalten. Die Fastenzeit ist, auch für nicht-religiöse Menschen, eine gute Gelegenheit mal auszuprobieren, wie man bewusst die gewohnten Verhaltensmuster ändert, um später eine neu gewonnene Zufriedenheit zu erreichen", erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER GEK.

Raus aus der Komfortzone

Ob man während sieben Wochen nun auf das Auto, die Zigaretten, das Glas Wein am Abend, Fleisch, das Smartphone oder den Fernseher verzichtet – das Weglassen bedeutet zunächst einmal: Schluss mit der Bequemlichkeit und raus aus der Komfortzone. Je nach Gewohnheit können dabei anfangs tatsächlich so etwas wie Entzugserscheinungen auftreten. "Wer seinen Medienkonsum von hundert auf null drosselt, wird in den ersten Tagen vielleicht eine innere Unruhe oder auch Langeweile spüren. Doch schon bald erkennt derjenige, wie viel Zeit er plötzlich für Dinge hat, die sonst immer zu kurz kommen", so Jakob-Pannier.

Gestärktes Selbstbewusstsein

Nicht nur die neu gewonnenen Freiheiten lösen ein gutes Gefühl beim Fastenden aus. Auch die Erkenntnis, dass er oder sie wieder mehr Kontrolle über das eigene Leben gewonnen hat, stärkt das Selbstbewusstsein, auch für die Zeit nach dem Fastenende. "Wer einmal erfahren hat, wozu er imstande ist, traut sich auch auf anderen Gebieten mehr zu", weiß die Expertin.

Die fünf häufigsten Fehler beim Fasten

In Bezug auf die Ernährung ist Fasten ein sehr sensibles Thema. Zwar spricht nichts gegen den Verzicht auf Süßigkeiten und Alkohol. Strenges Fasten, bei dem beispielsweise ganz auf feste Nahrung verzichtet wird, ist dagegen aus medizinischer Sicht nicht für jeden geeignet. Ein solches Fastenprogramm sollte deshalb nur unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden.

Gerade wenn es um Essen geht, kann falsch durchgeführtes Fasten zu Unwohlsein und zum vorzeitigen Abbruch führen, weiß Andrea Ciro Chiappa, Vorsitzender der Deutschen Fastenakademie. Er gibt Tipps, wie man Fasten-Fehler vermeidet.

Fehler 1: Unzureichende Vorbereitung

Wichtig ist, für Fastentage den richtigen Zeitpunkt zu wählen und Freiräume zu schaffen für Bewegung, Entspannung und Ruhephasen. Fastenneulinge schließen sich am besten einer Gruppe mit kompetenter Fastenleitung an. Planen Sie vor dem Fasten ein bis zwei Entlastungstage mit leichterer Kost, bei der Sie bereits Genussmittel, Fettreiches und Fertiggerichte weglassen.

Fehler 2: Zu wenig und das Falsche trinken
Nur mit ausreichend Flüssigkeit kann der Stoffwechsel gut funktionieren und Abbauprodukte ausscheiden. Neben Säften und Brühen sind zwei bis drei Liter kalorienfreie Getränke erforderlich, am besten Wässer und Tees. Ideal sind mineralstoffreiche Heilwässer. Achten Sie auf reichlich Natrium, Magnesium und Calcium. Heilwasser mit viel Hydrogencarbonat kann zudem die saure Wirkung der Ketonkörper, die beim Fettabbau während des Fastens zwangsläufig entstehen, neutralisieren.

Fehler 3: Zu wenig Bewegung
Bewegen Sie sich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde an der frischen Luft, denn der Körper braucht durch die Fettverbrennung beim Fasten mehr Sauerstoff.

Fehler 4: Zu viel Stress und Hektik
Sorgen Sie dafür, täglich mindestens 30 Minuten aktiv zu entspannen, beispielsweise während des beim Fasten häufig praktizierten Leberwickels, in der Sauna, durch Meditation, Autogenes Training oder andere Entspannungsmethoden.

Fehler 5: Nach dem Fasten einfach drauf los essen
Nutzen Sie das Fastenbrechen, um das Essen bewusst und genussvoll neu zu erleben. So steigt die Chance, gute neue Gewohnheiten in den Alltag zu übernehmen.

NK

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