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Die Natur bietet einige Mittel, die beim Abnehmen helfen.

Vor den Mahlzeiten ein Glas Wasser trinken - das hilft beim Gewichtsverlust.
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Sa. 09. April 2016

Thema der Woche: Natürlich abnehmen

Wer abnehmen möchte, kann sein Vorhaben mit natürlichen Mitteln unterstützen. Mit einem Wundermittel kann die Natur zwar nicht aufwarten, aber doch dazu beitragen, dass die schlankere Linie Realität wird.

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Natürlich abnehmen – das verspricht doppelt Erfolg. Natürlich klappt das, selbstverständlich. Und zwar mit Mitteln, die der Natur nachempfunden oder aus ihr geerntet sind. "Abnehmen hat nicht zwangsläufig mit Verzicht zu tun", sagt Apothekerin Annkathrin Fischer aus Bad Ems. "Man lässt lediglich Kalorienbomben und Ungesundes weg." Bewährt hat sich eine kalorienreduzierte Mischkost mit vielen sättigenden Ballaststoffen, wie sie zum Beispiel in Gemüse oder Vollkorngetreide vorkommen. Eine Ernährung, wie sie unter dem Begriff "Clean Eating" gerade auf große Resonanz stößt.

Erfolg haben Abnehmwillige zu Beginn einer Ernährungsumstellung, indem sie abends Kohlenhydrate reduzieren oder am Abend ganz darauf verzichten. Absolut natürlich und eine erfolgversprechende Abnehmstrategie: Wasser! In einer Studie von Dr. Helen Parretti von der University of Birmingham nahmen stark übergewichtige Menschen innerhalb von drei Monaten durchschnittlich 4,3 Kilogramm ab – allein dadurch, dass sie eine halbe Stunde vor jeder der drei Hauptmahlzeiten einen halben Liter Leitungswasser getrunken hatten. Teilnehmer, die vor den Mahlzeiten nichts getrunken hatten, verloren im Mittel nur 0,8 Kilogramm.

Natürliche Mittel gegen Heißhunger

Wenn doch mal Heißhunger auftritt, kennt Apothekerin Fischer, Expertin für Naturheilkunde, einige Tricks, mit denen man dagegen angehen kann: Vielfach sei Heißhunger ein Ausdruck dafür, nicht genug getrunken zu haben, erklärt Fischer. Ein Glas Wasser könne Abhilfe schaffen. "Wenn man trotzdem zwischendurch Hunger bekommt, muss man das auch mal aushalten", ist die Apothekerin überzeugt. Die nächste richtige Mahlzeit lasse ja sowieso meist nicht lange auf sich warten. Achtung: Heißhunger kann bei Diabetikern, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen, auf eine Unterzuckerung hinweisen. Ihn also nicht einfach übergehen, sondern den Blutzucker messen und bei niedrigen Werten mit Traubenzucker, Saft oder Ähnlichem dem Unterzucker gegensteuern.

Gegen unbändig knurrenden Magen behilft sich Fischer, die selbst gerade abgenommen hat, bisweilen mit einem natürlichen Mittel, beispielsweise einem Schüßler-Salz. "Bei Heißhungerattacken lutsche ich gezielt einzelne Salze. Die Nr. 7 kann den Heißhunger auf Süßes dämpfen, bei salzigen Dingen wie Chips greife ich zur Nr. 2. Bei Lust auf Mehlspeisen wie Spätzle oder Dampfnudeln empfehle ich zwei bis drei Tabletten der Nr. 9. Das reduziert die Gelüste ziemlich schnell."

In der Homöopathie gebe es die Substanz Fucus, um dem Heißhunger entgegenzuwirken. Homöopathische Mittel setzt Fischer jedoch eher gegen Begleiterscheinungen beim Abnehmen ein: zum Beispiel Nux vomica, wenn jemand ungeduldiger oder aufbrausender ist als sonst, weil er sich noch nicht an seine neue Ernährungsweise gewöhnt hat. Darüber hinaus hat die Expertin mit Bitterstoff-Tropfen gute Erfahrungen gegen Heißhunger gemacht. Diese dämpfen ihr zufolge den Appetit sofort. "Bitter ist eine Geschmacksrichtung, die der Mensch seit alters her mit gefährlichen, giftigen Dingen in Verbindung bringt. Direkt auf den Handrücken fünf Tropfen geben und ablecken", empfiehlt die Apothekerin. Wenn man das über längere Zeit mache, lasse der Heißhunger allgemein nach.

Heilpflanzen können ebenfalls ihren Teil beitragen. Beispielsweise unterstütze Leber-Galle-Tee die Verdauung, sofern die Nieren reibungslos arbeiten. Fischer: "Stoffwechseltees etwa aus Brennnessel und Löwenzahn eignen sich auch. Sie schmelzen jedoch kein Fett, sondern schwemmen Wasser aus." Das ist besonders bei Wassereinlagerungen im Körper hilfreich. Scharfe Gewürze wie Ingwer und Chili kurbeln den Stoffwechsel an. Sie sind eine gute Alternative zum Salz im Essen. Neben der Ernährung und der Bewegung hat der Schlaf Einfluss auf den Appetit.

Dr. Jessica Bartfield, Ernährungsspezialistin von der Loyola Universität in Maywood, USA, hat Studien dazu ausgewertet. Demnach hatten Menschen, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schliefen, mehr des appetitmachenden Hormons Ghrelin im Blut. Auch der Kortisolspiegel war höher, was ebenfalls das Gewicht steigen lassen kann, so die Ärztin. Es lohnt sich also, rechtzeitig ins Bett zu gehen, um den nächsten Tag ausgeruht und ohne knurrenden Magen zu beginnen.

Regelmäßig Sport – aber nicht zu viel

Wer sich zudem sportlich betätigt, erzielt dauerhaft einen positiven Effekt. Das sagt der Präsident der Apothekerkammer Bremen, Dr. Richard Klämbt. Um die aufgenommenen Kalorien besser zu verwerten und einen Ausgleich zu einem oft bewegungsarmen Alltag zu schaffen, empfiehlt der Apotheker regelmäßigen Sport wie Schwimmen, Laufen, Radfahren, Walking, Tanzen oder das Training im Fitnessstudio. Zudem tut die Bewegung nicht nur dem Körper gut, auch die Seele profitiert davon. "Man bekommt den Kopf frei, kann abschalten. Außerdem ist das Gefühl, etwas geschafft und sich aufgerafft zu haben, unersetzbar", so der Kammerpräsident.

Dabei scheint sich moderater Sport mehr auszuzahlen als hartes Fitnesstraining. Dänische Forscher stellten fest, dass 30 Minuten Sport am Tag neben dem Verbrennen von Kalorien eine allgemein gesunde Lebensweise fördern. Die moderaten Sportler in ihrer Studie nahmen die Treppe statt den Aufzug, drehten mit ihrem Hund eine Extra-Runde oder fuhren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Im Gegensatz dazu waren die Teilnehmer, die täglich eine volle Stunde Sport trieben, nach dem Training eher erschöpft, demotiviert und weniger offen für einen gesunden Lebensstil.

Ohne eine dauerhafte Ernährungsumstellung und Bewegung hält der Gewichtsverlust oft nicht lange an. Mit Heißhungerattacken oder dem Gebell des "inneren Schweinehunds" versucht der Körper, die alten, dickmachenden Gewohnheiten wieder zu etablieren. Ob mit speziellen Präparaten oder ohne Hilfsmittel: Bei allen Angeboten zum Abnehmen sei eine ausführliche Beratung wichtig, damit keine Mangelerscheinungen oder auch Neben- beziehungsweise Wechselwirkungen auftreten, so Apotheker Klämbt. Er rät stark übergewichtigen Menschen zudem, vorab mit ihrem Hausarzt zu sprechen, wenn sie eine Diät machen und dabei zusätzliche Mittel einnehmen möchten. Für Diabetiker gilt dieses Vorgehen ohnehin.

Apotheker Rüdiger Freund

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