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Säureblocker sollten besser nicht über einen langen Zeitraum eingenommen werden.

Protonenpumpenhemmer gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten bei Magenproblemen.
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Fr. 15. April 2016

Führen Säureblocker zu Nierenschäden?

Protonenpumpeninhibitoren (PPI), die bei der Behandlung von Sodbrennen, Reflux oder Geschwüren des Magens oder Zwölffingerdarms zum Einsatz kommen, können einer neuen US-Studie zufolge zu schweren Nierenschäden führen. Sie sollten daher nur eingenommen werden, wenn es nötig ist und nicht über lange Zeit, empfehlen die Autoren der Studie.

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Protonenpumpenhemmer reduzieren die Produktion der Magensäure sehr effektiv, weshalb sie oft verschrieben werden. In der vorliegenden Arbeit zeigte sich nun, dass die Einnahme über einen langen Zeitraum für die Niere nicht ganz unbedenklich ist. So hatten Patienten, die diese Säureblocker wegen Sodbrennen, Säurerückfluss oder Geschwüren eingenommen hatten, ein höheres Risiko für eine schlechtere Nierenfunktion als Patienten, die H2-Rezeptorenblocker eingenommen hatten. Dabei handelt es sich um eine Wirkstoff-Alternative, die ebenfalls die Produktion von Magensäure hemmt, allerdings nicht ganz so stark. Die Einnahme von PPI führte außerdem zu einer höheren Gefahr für chronische Nierenerkrankungen und Nierenversagen. Das berichtet das Team unter Leitung von Dr. Yan Xie und Ziyad Dr. Al-Aly vom VA Saint Louis Health Care System und der Washington University in Saint Louis online im Fachblatt Journal of the American Society of Nephrology (JASN). Je länger die Patienten Protonenpumpenhemmer einnahmen, desto größer war das Risiko, dass Nierenprobleme auftraten.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die langfristige Einnahme von PPI der Niere schaden kann. Die Säureblocker sollten nur eingenommen werden, wenn es medizinische notwendig sei, sagt Al-Aly. Außerdem sollte die Einnahme auf die kürzest mögliche Dauer beschränkt werden. "Viele Patienten beginnen, Protonenpumpeninhibitoren wegen einer Erkrankung einzunehmen, führen dies anschließend aber viel länger fort als nötig wäre", sagt der Mediziner. Für ihre Arbeit untersuchten die Wissenschaftler rund 170.000 Personen, die PPI neu verschrieben bekommen hatten und rund 20.000, die H2-Rezeptorenblocker erhalten hatten. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren verfolgt.

HH

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