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Bei einigen Krankheiten sollte man besser auf eine Flugreise verzichten.

Oft werden die körperlichen Belastungen unterschätzt, die eine Flugreise mit sich bringt.
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Fr. 22. April 2016

Flugreise: Wann man besser unten bleibt

Fliegen ist eine der sichersten Fortbewegungsarten. Doch gibt es einige Krankheiten, mit denen Betroffene lieber nicht abheben sollten. Welche das sind, erklärt Dr. Andreas Leischker vom Alexianer Krankenhaus Krefeld beim Internistenkongress in Mannheim.

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Dazu gehören extrem hohe Blutdruckwerte von mehr als 200/100 mmHg, schwere Herzrhythmusstörungen und Blutarmut. Während des Flugs herrscht in der Kabine ein Druck wie in 2000 bis 2400 Metern Höhe. "Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung des Bluts von 98 auf 91 Prozent", erklärt Leischker. Gesunde Menschen stecken das ohne Probleme weg, bei Herzkranken oder Patienten mit Blutarmut kann die Sauerstoffsättigung jedoch auf etwa 75 Prozent sinken. Herzprobleme machen mit 46 Prozent den Löwenanteil der medizinischen Notfälle auf Flugreisen aus. Wer unter solchen Krankheiten leidet, bespricht eine Flugreise am besten vorher mit seinem Arzt.

Auch bei Entzündungen des Mittelohrs ist Vorsicht geboten: Ein geschädigtes Mittelohr kann den nötigen Druckausgleich nur schwer leisten, was zu starken Schmerzen führt. Das gleiche gilt für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung: Sind die Nasenschleimhäute angeschwollen, ist die Belüftung der Nebenhöhlen deutlich eingeschränkt ist. Bei Druckschwankungen kann es dann zu einem sehr schmerzhaften Unter- oder Überdruck in den Nebenhöhlen kommen. "HNO-Krankheiten verursachen etwa die Hälfte der Krankenstände beim Flugpersonal", sagt Leischker. Wer erkältet ist, kann jeweils 20 Minuten vor Start und Landung abschwellende Nasentropfen verwenden. Schlucken, Gähnen, Kauen und das sogenannte Vasalva-Manöver, bei dem gegen die zugehaltene Nase Druck ausgeübt wird, können beim Druckausgleich unterstützen. Schwierigkeiten bereitet so manchem Fluggast auch die extrem trockene Luft an Bord. Die Luftfeuchtigkeit beträgt lediglich 5 bis 10 Prozent, Haut und Schleimhäute trocknen aus. Bindehautreizungen können die Folge sein, insbesondere bei Kontaktlinsenträgern. Hier helfen befeuchtende Augentropfen.

am/PZ/NK

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