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Beim Thema Hämorrhoiden weiß der Apotheker Rat.

In der Apotheke gibt es keine gesundheitlichen Tabuthemen: In Einzelgesprächen werden Sie diskret beraten.
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Sa. 23. April 2016

Thema der Woche: Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind häufig ein Tabuthema, obwohl viele das schmerzhafte Prozedere beim Toilettengang kennen. Die Apothekerkammer Niedersachsen ermutigt Betroffene, sich trotz Scham an den Apotheker zu wenden. Hat ein Facharzt Beschwerden wie Blut im Stuhl, Nässen oder Jucken im Analbereich als Hämorrhoidalleiden festgestellt, kennt der Apotheker verlässliche Mittel zur Selbstbehandlung.

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Hämorrhoiden sind ein Geflecht aus kleinen Blutgefäßen am Ende des Mastdarms, das sich je nach Durchblutung und Füllzustand ausdehnen kann und so den Analkanal abdichtet. Das hat den Zweck, dass der Darminhalt nicht unkontrolliert abgegeben wird. Hämorrhoiden sind etwas Natürliches. Jeder Mensch hat sie im Körper. Sie können sich aber vergrößern und dadurch aus dem Enddarm hervortreten. Blutungen, Druckgefühl, Juckreiz oder Nässen sind die Folgen. Die typischen Symptome variieren je nach Krankheitsstadium. Viele Betroffene vertrauen darauf, dass vergrößerte Hämorrhoiden sich von allein zurückziehen, das ist allerdings nur selten der Fall. Schon bei den ersten Anzeichen eines Hämorrhoidalleidens sollte ein Facharzt – am besten ein Proktologe – aufgesucht werden. Findet sich Blut im Stuhl, kann das auf schwere Erkrankungen hindeuten. Auch in diesem Fall ist der Besuch beim Facharzt unbedingt erforderlich. Ist die Krankheit eindeutig diagnostiziert und befindet sich noch im Frühstadium, können sich die Patienten vom Apotheker zu den Methoden der Selbstbehandlung beraten lassen. Wer akut unter seinen Hämorrhoiden leidet und die Zeit bis zum Termin beim Experten überbrücken muss, ist für die Erstversorgung ebenfalls gut beim Apotheker aufgehoben.

Leichte Beschwerden selbst behandeln

Wenn Hämorrhoiden einmal sicher vom Arzt festgestellt wurden, lassen sich die lästigen Symptome in der Regel gut selbst behandeln. Die Medikation wird auf die individuellen Beschwerden des Patienten abgestimmt. Ist Juckreiz das Hauptproblem, sind zusammenziehende oder juckreizstillende Cremes mit einem betäubenden Wirkstoff Mittel der ersten Wahl. Entzündungshemmende Pflanzeninhaltsstoffe, die gerbend wirken, bringen als warmes Sitzbad Erleichterung und stärken die empfindsame Schleimhautwand. Je nachdem, wo die Beschwerden auftreten, gibt es Zäpfchen zum Einführen oder Salben für die äußere Anwendung. Für eine hygienische und angenehmere Behandlung sollten Patienten auf Einmalfingerlinge zurückgreifen. Zinkhaltige Pasten schützen zusätzlich den empfindlichen Analbereich. Als Wäscheschutz können kleine Analvorlagen die austretenden Salbenreste aufnehmen.

Das A und O der Selbstbehandlung ist die richtige Analhygiene: Übertriebene Pflege mit stark seifenhaltigen Reinigungsmitteln oder parfümierten Tüchern ist kontraproduktiv. Nach dem Stuhlgang sollte die Afterregion vorsichtig mit lauwarmem Wasser gereinigt und mit weichem Toilettenpapier abgetupft oder bei moderater Wärme geföhnt werden. Der Apotheker ist für alle Fragen zur Selbstmedikation und Anwendungen der richtige erste Ansprechsprechpartner. Für ihn sind Hämorrhoiden kein Tabuthema. Wer verunsichert ist, kann ein Zeichen geben, dass er gern diskret in einer Beratungsecke sprechen möchte oder sich vorab am Telefon informieren.

Vorbeugen zählt

Wer zu langen Sitzungen neigt, sollte seinen Stuhlgang nicht durch heftiges Pressen erzwingen. In den Apotheken erhalten Patienten eine Bandbreite an pflanzlichen Stuhlregulierungsmitteln, die einen weichen, formbaren Stuhl fördern. Kurzfristig eignen sich auch Abführmittel, wobei Präparate vorzuziehen sind, die den Darminhalt weicher machen. Ob und wann sich Hämorrhoiden bemerkbar machen, hängt sowohl von den Genen als auch vom Lebensstil der Betroffenen ab. Verstopfung oder ballaststoffarme Ernährung leisten Hämorrhoiden ebenso Vorschub wie mangelnde Bewegung.

Analbeschwerden sind nicht immer Hämorrhoiden

Juckreiz oder Schmerzen an der Analregion lassen nicht unbedingt auf Hämorrhoiden schließen. Auslöser können auch andere Krankheiten wie beispielsweise Analfissur oder Analekzem sein. Sie sollten vom Arzt abgeklärt werden. Der Arzt sollte informiert werden, wenn Schwangere an Hämorrhoiden leiden. Er kann Analthrombosanen ausschließen und eventuell benötigte verschreibungspflichtige Medikamente einsetzen.

AK Niedersachsen

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