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Zecken können auch an schattigen Plätzen abseits des Waldes lauern.

Zecken können auch an schattigen Plätzen abseits des Waldes lauern.
© dbunn - Fotolia

Sa. 04. Juni 2016

Thema der Woche: Sieben Irrtümer über Zecken

Bei Fragen zum Zeckenschutz kursieren unterschiedliche, oft widersprüchliche Meinungen. Die Apothekerkammer Hamburg klärt sieben hartnäckige Irrtümer auf.

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  1. Zecken beißen
    Zecken beißen nicht, sie stechen. Die Spinnentiere verfügen über einen mit Widerhaken besetzten Stechapparat. Zuerst ritzen sie mit ihren Kieferklauen die Haut des Wirtes ein, um dann mit dem Stechapparat in die Wunde einzudringen.
  2. Nur in Süddeutschland übertragen Zecken Krankheitserreger
    Das stimmt nur halb: Die Viren der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tragen tatsächlich überwiegend Zecken im süddeutschen Raum, allerdings sind bundesweit 12 bis 20 Prozent der erwachsenen Zecken von krankheitserregenden Bakterien, sogenannten Borrelien, befallen.
  3. Zecken sind nur im Sommer aktiv
    Zecken sind schon ab Temperaturen von fünf bis sieben Grad aktiv und gehen daher vorwiegend von April bis Oktober auf Wirtsuche. Bei milderen Temperaturen kann sich der Zeitraum durchaus auf Februar bis November ausdehnen.
  4. Nur im Wald herrscht Zeckengefahr
    Zecken können sich dauerhaft nur dort aufhalten, wo die Luftfeuchte über mehrere Tage und Wochen nicht unter 80 Prozent fällt. Daher sind die Wälder Mitteleuropas die bevorzugten Lebensräume der Spinnentiere. Doch auch dauerhaft beschattete Wiesen und Waldränder sind ein Refugium, in das die Tiere gern vordringen. Selbst einzelne Baumgruppen oder Büsche in Parkanlagen kommen als Lebensraum für Zecken infrage. Unbeliebt bei Zecken sind dagegen der Sonne ausgesetzte, trockene und offene Flächen.
  5. Zecken sollten herausgedreht werden
    Damit eine Infektion vermieden wird, entfernt man eine Zecke sofort und möglichst vollständig. Dazu zieht man sie heraus, sie wird nicht gedreht. Am besten greift man das Tier mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an den Mundwerkzeugen und niemals am vollgesogenen Körper. Sie sollte langsam und gerade aus der Haut gezogen und dabei nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollten Patienten die Zecken vorher mit Öl oder Klebstoff beträufeln, das könnte das Tier reizen, so dass es seinen Speichel und Darminhalt mitsamt der Krankheitserreger in die Wunde abgibt. Nach der Behandlung empfiehlt sich eine Desinfektion der Stelle.
  6. Zecken nach dem Entfernen in ein Labor schicken
    Es ist nicht sinnvoll, Zecken in ein Labor einzuschicken und auf Infektionserreger untersuchen zu lassen. Selbst wenn Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren nachgewiesen werden, bedeutet das nicht zwingend eine Infektion. Eine Antibiotikatherapie gegen eine Borreliose ist erst ratsam, wenn Krankheitszeichen wie Wanderröte oder Gelenkschwellungen auftreten.
  7. Es gibt keinen verlässlichen Zeckenschutz
    Es gibt eine Reihe zuverlässiger Präparate aus der Apotheke, die einen guten Schutz bieten. Die meisten Mittel beruhen auf Repellentien oder ätherischen Ölen. Die Zeckenschutzmittel legen damit einen Duftmantel um die Haut, den die Tiere als unangenehm empfinden. Die Schutzmittel unterscheiden sich nach ihren Inhaltsstoffen (synthetisch oder natürlich) und ihrer Zielgruppe (Erwachsene oder Kinder). Auch die Kleidung kann mit speziellen Insektiziden imprägniert werden. Wichtig: Der Zeckenschutz ist nur eine bestimmte Zeit wirksam und muss dementsprechend aufgefrischt werden. Zum vollständigen Schutz gehören auch festes Schuhwerk und lange, den Körper bedeckende Kleidung. Zudem ist es nach dem Aufenthalt in einem Zeckengebiet sinnvoll, die Kleidung zu wechseln und den Körper abzusuchen.

AK Hamburg

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