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Eine Wurminfektion könnte Arthritis verhindern.

Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Entzündung, die im Laufe der Zeit die Gelenke zerstört.
© goodluz - Fotolia

Di. 28. Juni 2016

Wurmkur gegen rheumatoide Arthritis?

Eine rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen die Knorpelzellen in den Gelenken richtet. Deutsche Forscher haben jetzt einen Weg gefunden, wie sich der chronische Entzündungsprozess stoppen lassen könnte: Mit einer Wurmkur.

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Durch eine körpereigene Immunreaktion, wie sie üblicherweise durch eine Wurminfektion ausgelöst wird, könnten sich chronische Entzündungen zurückbilden. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Versuchen mit Mäusen. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communication berichten, führt eine Wurminfektion dazu, dass sich im Gelenk vermehrt zwei bestimmte Arten von Abwehrzellen ansammeln und diese wiederum die chronische Entzündung hemmen. Es handelt sich dabei um einen speziellen Typ von T-Helferzellen und sogenannte Eosinophile, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. "Das Faszinierende an den Erkenntnissen ist, dass ein Mechanismus des Immunsystems, der grundlegend für die Abwehr von Wurminfektionen verantwortlich ist, Entzündungen wie Arthritis auflösen kann", erklärt Prof. Dr. Georg Schett. Die schützende Wirkung entfaltet sich im Zusammenspiel der beiden Abwehrzelltypen, die zusammen zu einem Entzündungsstopp führen.

Die Idee, auf die Hilfe von Würmern zurückzugreifen, wird auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, wie entzündlichen Darmerkrankungen diskutiert. Eine Wurminfektion war noch vor nicht allzu langer Zeit hierzulande keine Seltenheit. Dank einer besseren Hygiene sind Wurminfektionen mittlerweile jedoch selten geworden – und macht den Teil des Immunsystems, der gegen diese Infektionen kämpft, arbeitslos. In Ermangelung eines Gegners richten sich die Zellen der Immunabwehr nun gegen körpereigene Zellen und können auf diese Weise entzündliche Prozesse bei Autoimmunerkrankungen verursachen – so eine der gängigen Theorien. Die Entdeckungen der Erlanger Forscher könnten eine neue Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis darstellen, die es ermöglicht, die Entzündungsreaktion dauerhaft abzuschalten. Von einer Selbsttherapie ist allerdings abzuraten, nicht zuletzt weil die Erforschung dieser Zusammenhänge noch am Anfang steht.

HH

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