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Auch Hummeln können stechen - sie tun dies aber nur im absoluten Ausnahmefall.

Auch Hummeln können stechen - sie tun dies aber nur im absoluten Ausnahmefall.
© sokkajar - Fotolia

Fr. 09. September 2016

Mücke, Biene, Wespe, Hummel: Wer hat gestochen?

Insektenstiche jucken und schwellen an. Darüber hinaus gibt es Merkmale, an denen man unterscheiden kann, welches Insekt am Werk war. Das kann z.B. Allergikern eine große Hilfe sein. Professor Dr. Thilo Jakob, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Gießen erklärt, welche Details dabei eine Rolle spielen und was bei Verdacht auf eine Insektengiftallergie zu tun ist.

Jakob nennt folgende Charakteristika für die Stiche bzw. Bisse von sieben verschiedenen Insektenarten:

1. Mücke

  • Geschieht meist unbemerkt, da die Mücke beim Stechen eine schmerzstillende Substanz abgibt.
  • Starker Juckreiz nach dem Stich, Stichstelle gerötet.
  • Nach kurzer Zeit schwillt der Mückenstich an. Es bildet sich eine Quaddel.
  • Innerhalb von 24 Stunden wird die Quaddel zu einer Art Knötchen, einer erbsengroßen Verdickung der Haut – die sogenannte Papel.
  • Nach einigen Tagen heilt die Papel von selbst ab.

2. Bremse

  • Sehr schmerzhaft aufgrund der säbelartigen Mundwerkzeuge der Bremse.
  • Kleine Blutergüsse an der Einstichstelle bleiben lange Zeit sichtbar.
  • Starker Juckreiz.
  • Deutliche Rötung und Schwellung um die Einstichstelle.

3. Stechfliege

  • Ähnelt dem Mückenstich.
  • Meist sind die Auswirkungen noch stärker.
  • Stichstelle ist blutig unterlaufen und schwillt an.
  • Starke Quaddelbildung.
  • Rötung und Schwellung um die Einstichstelle.

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4. Biene

  • Sehr schmerzhaft.
  • Gerötete Schwellungen um die Einstichstelle.
  • Stachel mit Giftsack bleibt in der Regel in der Haut stecken und gibt weiter Gift in die Stichstelle ab, sollte daher entfernt werden.
  • Biene überlebt den Stich nicht.
  • Wichtig: Kann starke allergische Reaktionen auslösen!

5. Wespe

  • Ähnliche Reaktion wie beim Bienenstich.
  • Ebenfalls sehr schmerzhaft.
  • Es verbleibt kein Stachel in der Haut, da die Wespe ihren Stachel nach dem Stich aus der Haut herausziehen kann.
  • Wichtig: Kann starke allergische Reaktionen auslösen!

6. Hummel

  • Sticht eher selten, da Hummeln nur zustechen, wenn sie sich bedroht fühlen.
  • Anders als der Stachel von Bienen keine Widerhaken und bleibt deshalb nicht in der Haut stecken.
  • Sehr schmerzhaft.
  • Deutliche Rötung und Schwellung um die Einstichstelle.
  • Wichtig: Kann bei bestehender Bienengiftsensibilisierung/-allergie starke allergische Reaktionen auslösen!

7. Hornisse

  • Wenig aggressiv, daher kommt es nur selten zu Stichen.
  • Äußerst schmerzhaft.
  • Können mehrfach stechen, da Stachel nicht in der Haut verbleibt.
  • Einstichstelle brennt, schwillt an und rötet sich.
  • Wichtig: Kann bei bestehender Wespengiftsensibilisierung/-allergie starke allergische Reaktionen auslösen!

Eine normale Schwellung nach einem Insektenstich kann bis zu 10 cm Durchmesser erreichen. Eine massive Schwellung an der Einstichstelle, die länger als 24 Stunden anhält, wird als überschießende Lokalreaktion bezeichnet. Schwellungen und Juckreiz an anderen Körperstellen (unabhängig von der Einstichstelle) sowie Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Atemnot oder Herzrasen können Bestandteil einer allergischen Reaktion auf den Insektenstich sein. Jakob: "Wenn Symptome auftreten, die über die normale Reaktion an der Einstichstelle hinausgehen, ist es wichtig, mit einem Arzt zu klären, ob eine Allergie vorliegt und wenn ja, gegen welches Insektengift." Der Allergologe rät dringend, bei starken allergischen Reaktionen wie Übelkeit, Schwindelgefühl oder Atemnot immer den Notarzt zu rufen.

Wenn bekannt ist, welches Insekt die allergische Reaktion ausgelöst hat, kann dies die Diagnose im Falle unklarer Befunde erleichtern. Hierbei hilft auch die Beobachtung, bei welcher Gelegenheit der Stich erfolgt ist. War es z. B. beim Barfußlaufen über die Wiese oder beim Blumenpflücken? Das würde den Verdacht auf einen Bienenstich erhärten. Oder wurden Sie während einer Grillparty oder in der Nähe eines Mülleimers gestochen? Dann könnte es eine Wespe gewesen sein.

Menschen, die bereits von einer Insektengiftallergie wissen, gibt Jakob folgende Tipps: "Haben Sie Ihre Notfallmedikation stets griffbereit und klären Sie Ihr Umfeld über die Allergie und notwendige Hilfsmaßnahmen auf. Besser noch: Beugen Sie durch eine Insektengiftimpfung langfristig vor und reduzieren Sie damit das Risiko eines allergischen Schocks auf ein Minimum."

RF

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