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Der Apotheker kann überprüfen, ob die Medikamente des Patienten eventuell das Risiko für Osteoporose oder Stürze erhöhen.

Der Apotheker kann überprüfen, ob die Medikamente des Patienten eventuell das Risiko für Osteoporose oder Stürze erhöhen.
© ABDA

Sa. 10. September 2016

Medikamentencheck hilft, Osteoporose aufzuhalten

Osteoporose ist eine typische Alterserscheinung, an der vermehrt Frauen erkranken. Bei den über 70-Jährigen ist fast jede zweite Frau betroffen, aber auch Männer zählen zu den Erkrankten. Neben genetischen Faktoren, Ernährung und körperlicher Fitness kann auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten verantwortlich für das Fortschreiten der Krankheit sein, berichtet Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Wer bei sich Rückenschmerzen, eine Haltungsveränderung oder eine Verringerung der Körpergröße feststellt oder ohne starke Einwirkungen Knochenbrüche erleidet, sollte sich auf Osteoporose untersuchen lassen. Die Knochenkrankheit entsteht als Folge von Umbauprozessen im Körper. Neben dem altersbedingten Abbau der Knochendichte wirkt sich bei Frauen der sinkende Blutspiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen nach den Wechseljahren negativ auf die Knochensubstanz aus. Weitere Risikofaktoren sind: eine familiäre Veranlagung, geringes Körpergewicht, hoher Alkohol- und Nikotinkonsum, wenig körperliche Bewegung sowie Schilddrüsen-Probleme.

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Langzeitmedikation prüfen

Osteoporose kann unter Umständen verstärkt werden durch Antidepressiva, Arzneimittel, die die Säureproduktion im Magen hemmen, Medikamente gegen Schilddrüsenüberfunktion und Medikamente, die nach einer Brustkrebserkrankung verordnet werden. Bei diesen Vorerkrankungen lohnt es sich, das Thema Osteoporose mit dem Arzt zu besprechen.

Um ältere Patienten mit Osteoporose vor Knochenbrüchen zu schützen, ist eine Sturzprophylaxe sinnvoll. Vor allem Beruhigungsmittel mit langer Wirkungszeit beeinträchtigen die Trittsicherheit und das Gleichgewicht. Auch eventuelle Stolperfallen in der Wohnung stellen eine Gefahr dar, diese müssen beseitigt werden. Auch einige Diabetes-Medikamente und blutdrucksenkende Mittel erhöhen das Risiko, zu stürzen. Wer täglich dauerhaft drei und mehr Medikamente einnimmt, lässt seine Langzeitmedikation am besten regelmäßig kritisch vom Apotheker prüfen. Dieser wechselt gegebenenfalls Präparate in Absprache mit dem Arzt.

Risiken eindämmen: Je früher, desto besser

Osteoporose ist kein unabwendbares Schicksal, denn Patienten können eigenständig vorbeugen. Bewegung und Muskelstärkung sind ebenso wichtig wie eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung. Oft ist der Knochenabbau Folge eines Mineralstoffmangels. Für gesunde Knochen müssen dem Körper daher ausreichend Calcium und Vitamin D zugeführt werden. Sollte eine ausgewogene Ernährung nicht genügen, können Patienten in Absprache mit dem Arzt nachhelfen. Wichtig ist hierbei, die richtige Dosierung zu finden.

In der Apotheke erhalten Patienten jederzeit Aufklärung über Vorbeugungsmaßnahmen oder auch die Beratung zur sicheren und richtigen Einnahme von Arzneimitteln, die bei diagnostizierter Osteoporose vom Arzt verordnet werden.

LAK Hessen

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