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Forscher haben herausgefunden, dass ein Pilz im Darm für Morbus Crohn verantwortlich sein könnte.

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms. Betroffene leiden oft unter anhaltendem Durchfall und starken Magenkrämpfen.
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Do. 22. September 2016

Pilz könnte Morbus Crohn verursachen

Warum manche Menschen an der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leiden und andere nicht, ist derzeit noch unklar. Jetzt konnten Forscher erstmals einen Pilz identifizieren, der eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Darmkrankheit spielen könnte.

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In der Darmflora von Patienten mit Morbus Crohn treten offenbar die beiden Bakterien Escherichia coli und Serratia marcescens sowie der Pilz Candida tropicalis gehäuft auf. Das berichtet ein Team internationaler Wissenschaftler im Fachblatt mBio. Der Darm von Betroffenen beherbergte deutlich größere Mengen des Mikroben-Trios als der Darm von gesunden Verwandten. Die Forscher schließen daraus, dass die beiden Bakterien und der Pilz im Darm interagieren. Dies bestätigte sich in Reagenzglas-Versuchen. Dort zeigte sich, dass sich die Escherichia coli-Bakterien und der Pilz miteinander verbinden, das Bakterium Serratia marcescens bildet dabei eine Brücke zwischen den beiden. Das Ergebnis sei ein sogenannter Biofilm, der dem Darm an einigen Stellen anhafte und entzündliche Reaktionen verursachen könne, erläutern die Wissenschaftler. Zusätzlich fanden die Forscher heraus, dass nützliche Bakterien bei Crohn-Patienten deutlich seltener anzutreffen waren.

Dass unter den hunderten Bakterien- und Pilzarten im Darm das Auftreten dieser drei so stark mit dem Auftreten von Morbus Crohn zusammenhänge, sei vielsagend, so die Forscher. Es sei der erste Nachweis dafür, dass ein Pilz mit der Entstehung von Morbus Crohn bei Menschen in Verbindung stehen könnte. Gleiches gilt für das Bakterium Serratia marcescens. Die neuen Informationen könnten helfen, zu verstehen, warum einige Menschen an Morbus Crohn erkranken und andere nicht. Darüber hinaus könnten sie zu einer neuen Generation von Therapien für Betroffene führen, darunter Medikamenten und Probiotika, so die Hoffnung der Forscher.

HH

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