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Der Apothekertag findet 2016 in München statt.

Der Apothekertag findet 2016 in München statt. Auf der Pressekonferenz standen (v.l.) ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands, Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, und ABDA-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz den Journalisten Rede und Antwort.
© Alois Müller

Di. 11. Oktober 2016

Apothekenklima-Index 2016: Kleine Apotheken, große Sorgen

Je kleiner eine Apotheke ist, desto größer sind ihre Sorgen für die Zukunft. Das Gleiche gilt für Apotheken auf dem Land. Das zeigt der aktuelle Apothekenklima-Index 2016, der heute im Vorfeld des Deutschen Apothekertags auf einer Pressekonferenz in München vorgestellt wurde.

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Die gute Nachricht lautet: "Mehr als die Hälfte der Apotheken plant Neueinstellungen, das ist die wichtigste Botschaft. Das zeigt, dass Apotheker auf Qualität und intensive Beratung setzen", sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Die Mehrheit der Apothekeninhaber in Deutschland rechnet für die nächsten Jahre mit einer gleichbleibenden oder sogar einer etwas besseren wirtschaftlichen Situation. Doch nicht alle blicken so optimistisch in die Zukunft. Vor allem kleine Apotheken mit nur zwei bis drei Beschäftigen haben Sorgen. Sie planen seltener Investitionen und häufiger Entlassungen als größere Apotheken. Auf dem Land ist der Nachwuchsmangel das größte Problem: "Vor allem in Orten unter 5.000 Einwohnern wird die eigene Lage schlecht beurteilt", berichtet Becker. Zwei von fünf Inhabern in kleinen Ortschaften rechnen damit, keinen geeigneten Nachwuchs zu finden. Auch die Nachfrage nach Pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTAs) sei hoch.

Was bedeutet das für die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten? "Die Versorgung ist nicht gefährdet, und wir werden alles dafür tun, damit das so bleibt", sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. Für den Apothekenklima-Index wurden die rund 500 Apothekeninhaber auch nach ihren größten Stressfaktoren und ihren gesundheitspolitischen Prioritäten gefragt. Jeweils rund drei Viertel fordern stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit, gut zwei Drittel wünschen sich auch einen Abbau der Bürokratie. Diese zentralen Anliegen sind Schmidt zufolge nicht überraschend: "Besonders kleine Apotheken sind davon betroffen, sie müssen diese Last auf nur auf wenigen Schultern verteilen. Sie sichern auf dem Dorf, aber auch in städtischen Wohngebieten einen Großteil der Versorgung und tragen Gemeinwohlpflichten. Das verlangt politische Berücksichtigung", sagt der ABDA-Präsident. Auch Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, will diese Situation nicht akzeptieren: "Für die Zukunft der Arzneimittelversorgung brauchen wir gut ausgebildete und hoch motivierte Apotheker – nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land."

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Apotheken in Deutschland besser zu unterstützen, wird der Geschäftsführende Vorstand der ABDA den Gesetzgeber daher in einem Leitantrag des Apothekertags auffordern, die Planungssicherheit auf politischer, ökonomischer und fachlicher Ebene zu verbessern. Diese zentralen Forderungen wollen die Apotheker auch in die anstehenden Wahlkämpfe im Bund und in den Ländern einbringen.

NK

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