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Bislang gilt Ebola als nicht heilbar. Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, Arzneistoffe gegen das Virus zu entwickeln.
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Fr. 25. November 2016

Tropenpflanze enthält Wirkstoff gegen Ebola

Es gibt zahllose Stoffe aus der Natur, die gegen verschiedenste Krankheiten helfen. Jetzt haben deutsche Forscher herausgefunden, dass eine Substanz mit dem Namen Silvestrol, die in dem tropischen Baum Aglaia foveolata enthalten ist, offenbar gegen Ebola und vielleicht auch gegen ähnliche Krankheiten wirkt.

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Wie das Team um den Marburger Biologen Professor Dr. Arnold Grünweller berichtet, vermindert Silvestrol die Anzahl der Krankheitserreger in befallenen Zellen. Auch die Produktion viruseigener Eiweiße unterbleibe weitgehend, wenn der Naturstoff zum Einsatz komme, so das Ergebnis aus Versuchen mit menschlichen Zellen, das online im Fachblatt Antiviral Research veröffentlicht wurde.

Gefährliche Krankheitserreger wie das Ebolavirus schleusen ihre Erbinformation in die Zellen der infizierten Person ein, um sich zu vermehren. Dabei nutzen sie quasi die vorhandene "Infrastruktur" der Wirtszellen, darunter ein Enzym, das die Forscher abkürzt als "eIF4A" bezeichnen. Aus der Krebsforschung sei bekannt, dass Silvestrol das eIF4A hemmt. "Unsere Experimente zeigen, dass das Ebolavirus auf das Enzym eIF4A der Wirtszelle angewiesen ist, um seine eigenen Proteine zu produzieren", sagt Grünweller. Legt das Silvestrol das eIF4A lahm, können sich die Ebolaviren also nicht mehr richtig vermehren.

Wie die Forscher weiter berichten, sei die dafür notwendige Silvestrol-Konzentration für die menschlichen Zellen ungiftig. Die Studienautoren sehen Silvestrol daher als ein vielversprechendes Mittel an, mit dem sich eine Ebola-Infektion zurückdrängen lassen könnte. Dies erhöhe die Chance, eine wirksame Immunantwort gegen das Virus aufzubauen. Darüber hinaus könnte Silvestrol auch gegen andere Viren helfen, die das Enzym eIF4A für die Herstellung ihrer Virusproteine benötigen, so die Hoffnung.

HH

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