Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Abnehmen trotz Schokokuchen und Co.

Aktuelles

Waffel mit Erdbeeren und Sahne

Süße Sünden sehen so verführerisch aus und sind bei einer Diät doch tabu. Irrtum sagen israelische Forscher; so lange man sie nur zum Frühstück isst.
© S. Mohr Photography - Fotolia

Do. 09. Februar 2012

Abnehmen: Schokokuchen zum Frühstück

Das erste, was bei einer Diät gestrichen wird, sind Kuchen und Kekse. Forscher der Tel Aviv University in Israel werfen nun diese Regel über den Haufen: ihren Untersuchungen zufolge kann ein Dessert im Rahmen einer ausgewogenen kalorienreduzierten Mahlzeit sogar dabei helfen, langfristig Gewicht zu verlieren. Allerdings gilt das nur für das Frühstück.

Der komplette Verzicht auf Süßigkeiten ist nach Ansicht der Experten nur schwer durchzuhalten. Langfristig schafft es kaum jemand, die Finger komplett von den kleinen Sünden zu lassen. Ganz im Gegenteil: viele Diätwillige entwickeln geradezu eine Sucht nach süßen Dingen, je länger sie darauf verzichten. Der Schlüssel zum Erfolg der Diät sei daher, am Morgen ruhig etwas nachsichtiger zu sein, da zu diesem Zeitpunkt der Stoffwechsel des Körpers sehr aktiv sei und daher keine Probleme habe, zusätzliche Kalorien aus dem Frühstück über den Tag hinweg abzubauen.

In einer 32-wöchigen Studie konnten die israelischen Forscher zeigen, dass Menschen, die ein Dessert in Form von Keksen, Kuchen oder Schokolade zum Frühstück verzehrten, durchschnittlich mehr Gewicht verloren als diejenigen, die komplett auf Süßigkeiten verzichteten. Und nicht nur das: Auch auf lange Sicht gelang es den "Sündern" besser, ihr Gewicht zu halten. 193 Übergewichtige hatten an der Studie teilgenommen. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt und nahmen jeweils 1600 (Männer) beziehungsweise 1400 Kilokalorien (Frauen) am Tag zu sich. Der Unterschied: in einer Gruppe enthielt das Frühstück nur 300 Kilokalorien. In der anderen verzehrten die Freiwilligen mit 600 Kilokalorien nicht nur ein energiereicheres Frühstück, sie durften auch zu Schokolade und Co. greifen.

Anzeige

Nach der Hälfte der 32 Wochen dauernden Beobachtungsphase hatten alle Teilnehmer im Schnitt 15 Kilogramm abgenommen – unabhängig davon, zu welcher Gruppe sie gehörten. Nach der zweiten Hälfte der Studie aber unterschieden sich die Ergebnisse deutlich: Die Teilnehmer mit dem 300 Kilokalorien-Frühstück hatten in dieser Zeit fast 10 Kilogramm wieder zugelegt, die Süß-Frühstücker hingegen weitere 7 Kilogramm verloren. Nach 32 Wochen hatten die Testpersonen, die ein Dessert zum Frühstück verzehren durften, im Durchschnitt 18 Kilogramm mehr an Gewicht verloren als ihre Kollegen, die auf die kleine Sünde verzichtet hatten. Und obwohl die Teilnehmer auf den Tag gesehen die gleiche Menge an Kilokalorien verzehrt hatten, waren die Dessert-Freunde mit der Diät insgesamt zufriedener.

Das Frühstück ist den Forschern zufolge eine extrem wichtige Mahlzeit: es liefert Energie für den Tag, hilft dem Hirn bei der Arbeit und bringt den Stoffwechsel auf Touren. Zusätzlich hat es einen regulierenden Einfluss auf das Hormon Ghrelin, das das Hungergefühl steuert. Vor jeder Mahlzeit steigt der Ghrelinlevel an. Mit dem Essen sinkt er wieder – und das am stärksten beim Frühstücken. Ein Diäterfolg insbesondere auf lange Sicht ist daher mit einem ausreichenden Frühstück wahrscheinlicher als wenn man sich alle kleinen Sünden versagt.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schützt Sonnenlicht vor Kurzsichtigkeit?

UV-B-Strahlung hat offenbar eine positive Wirkung auf die Sehkraft.

Schnabeltier-Gift zur Diabetes-Therapie?

Im Gift der Tiere ist ein Hormon enthalten, Diabetikern helfen könnte.

Frauen und Männer sehen unterschiedlich

Gesichter nehmen Frauen anders wahr als Männer, wie eine neue Studie zeigt.

Zahl der Viren ist viel größer als gedacht

Das geht aus einer Studie mit Spinnen, Käfern und anderen Insekten hervor.

Wer kreativ ist, fühlt sich besser

Malen, Stricken, Verse dichten, Musizieren - all das steigert das Wohlbefinden.

Bei Nies-Attacken die Mitmenschen schützen

US-Forscher stellten drei verschiedene Methoden auf dem Prüfstand.

Macho-Männer sind eher depressiv

Einige männliche Eigenschaften schaden der Psyche offenbar besonders.

Kurkuma: Ähnliche Wirkung wie Kortison

Ein Stoff, der in dem Gewürz enthalten ist, wirkt entzündungshemmend.

Späte Mutterschaft hält geistig fit

Das Gehirn profitiert, wenn eine Frau nach dem 35. Lebensjahr schwanger wird.

Forscher entdecken Struwwelpeter-Gene

Betroffene haben sehr krause und störrische Haare, die sich nicht bändigen lassen.

Flughafen-WC: Hier steigen Keime um

Häufig reisen multiresistente Bakterien als blinde Passagiere mit.

Was das Handy über den Besitzer verrät

Lebensstil, Vorlieben, Krankheiten: Das Handy offenbart einiges über den Nutzer.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen