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Läuft beim Weintrinken im Hintergrund Musik, so beeinflusst die Stimmung dieser Musik die anschließende Beurteilung des Wein-Charakters deutlich.
© Werner Heiber - Fotolia
Fr. 31. August 2012
Schwer, erfrischend, raffiniert oder weich: Wie wir einen Wein schmecken, hängt nicht nur von unseren Geschmacksknospen ab, sondern auch von der Musik, die im Hintergrund läuft. Dies hat eine Studie gezeigt, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Britisch Journal of Psychology veröffentlicht wurde.
Der britische Wissenschaftler Adrian North hatte 250 Studenten befragt, die entweder einen roten Cabernet Sauvignon oder einen weißen Chardonnay verkostet hatten. Zu ihrem Glas Wein war Hintergrundmusik mit unterschiedlichem Charakter abgespielt worden: die Carmina Burana von Carl Orff – kraftvoll und schwer, der Blumenwalzer aus dem Ballett "Der Nussknacker" von Tschaikowsky – subtil und raffiniert, der Song "I Just Can't Get Enough" von Nouvelle Vague – schwungvoll und erfrischend oder das Lied "Slow Breakdown" von Michael Brook – sanft und weich. Es zeigte sich, dass die Stimmung der Musik die anschließende Beurteilung des Wein-Charakters deutlich beeinflusste. So empfanden die Studenten sowohl den weißen als auch den roten Wein beispielsweise als besonders kraftvoll und schwer, wenn sie ihn zu den Tönen der Carmina Burana getrunken hatten.
Schon früher hatten Forscher herausgefunden, dass Musik unsere Wahrnehmung und Entscheidungen beeinflussen kann. So griffen in einer Studie Konsumenten eher zu französischem Wein, wenn französische Musik gespielt wurde. Wer deutsche Musik hörte, entschied sich eher für deutschen Wein. Eine andere Arbeit zeigte, dass die Rechnung in Restaurants höher ausfällt, wenn Klassik als Hintergrundmusik läuft, die im Gegensatz zu Pop-Musik ein gehobeneres Ambiente vermittelt.
HH
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