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Großaufnahme: eine Hand reicht 100-Euro-Scheine, eine andere (Anzugärmel, weißes Hemd) hält Hand auf

Niemand bezahlt gern zu viel. Doch die Summe etwas großzügiger zu bemessen, nützt beiden Seiten.
© Wolfgang Zwanzger - Fotolia

Do. 30. Oktober 2014

Geiz stresst auch den Knausrigen

Geiz zahlt sich nicht aus - aus Sicht der Gesundheit. So fanden australische Forscher heraus, dass es sich lohnen kann, großzügig zu sein. Wer knausert, so das Fazit ihrer Studie, setzt sich selbst unter Stress.

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Nicht nur jene, die ein zu niedriges Angebot erhalten, sondern auch die, von denen es kommt, sind demnach gestresster als Personen, die großzügiger sind. Dies zeigte sich in einem Verhandlungsspiel, in dem es darum ging, eine bestimmte Summe zwischen zwei Personen aufzuteilen. Eine Person hatte die Aufgabe, ein Angebot zu machen, dass die zweite Person ablehnen konnte, wenn sie ihren Anteil als zu niedrig empfand. In diesem Fall gingen beide leer aus. "Wir fanden heraus, dass ein niedriges Angebot unterhalb von 40 Prozent der Gesamtsumme sowohl beim Verteiler als auch beim Empfänger die Variabilität der Herzfrequenz ansteigen ließ und den Stresspegel erhöhte", sagt Professor Uwe Dulleck von der Queensland University of Technology.

Eine mögliche Erklärung sei, dass das Gefühl von Schuld bei einem zu niedrigen Angebot den Stress des Gebers erhöhe, schreiben die Forscher im Online-Fachjournal PLOS ONE. "Es kann als Beweis dafür angesehen werden, dass wir uns in solchen Situationen in andere hineinversetzen", sagt Co-Autor Dr. Markus Schaffner. "Wir fühlen uns schlecht, wenn wir andere unfair behandeln, zum Beispiel wenn wie in dem Spiel weniger als 40 Prozent der Gesamtsumme angeboten werden." Wer geizt, hat demnach einen emotionalen und psychologischen Preis zu zahlen. Der Empfänger seinerseits fühle sich durch ein zu niedriges Angebot ebenfalls gestresst, so Schaffner. Zum einen weil er unfair behandelt wurde, zum anderen weil er die Möglichkeit hatte, den geizigen Geber durch Ablehnen des Angebots zu bestrafen.

HH

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