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Mann in den 20ern, dunkelhaarig, gesenkter Kopf auf Bettkante betrübt in Smartphone schauend, eine Hand in den Haaren

Wer sich häufig mit seinem Smartphone beschäftigt und nur selten das Haus verlässt, könnte ein höheres Risiko für eine Depression haben.
© gpointstudio - Fotolia

Do. 16. Juli 2015

Das Smartphone als Messgerät für Depressionen

Wer unter einer Depression leidet, kann vielleicht mit einem aufgesetzten Lächeln gute Laune vortäuschen. Das Smartphone zu täuschen ist jedoch schwer, wie eine neue US-Studie zeigt: Nutzung und GPS-Ortung können Hinweise auf das Depressions-Risiko geben.

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Wie lange man sich mit seinem Handy beschäftigt, ob man viel Zeit zu Hause verbringt und wie viele verschiedene Orte man besucht – dies alles kann einer neuen Studie zufolge Aufschluss darüber geben, ob bei einer Person eine Depression vorliegt. Wer viel Zeit am Smartphone verbringt und nur wenig unterwegs ist, befinde sich demnach wahrscheinlich in einem Stimmungstief. Dies berichten Forscher der Northwestern University in Chicago in der Fachzeitschrift Journal of Medical Internet Research. So verbrachten depressive Studienteilnehmer zum Beispiel durchschnittlich eine gute Stunde pro Tag mit dem Handy, bei Teilnehmern ohne Depression lag die Zeitspanne im Schnitt bei etwa einer Viertelstunde. Einen Zusammenhang fanden die Forscher zudem zwischen dem Auftreten von Depressionen und einem unregelmäßigen Tagesablauf. Die Genauigkeit, mit der sich eine Depression bei den 28 Studienteilnehmern mit Hilfe der Handy-Daten ermitteln ließ, lag bei 87 Prozent. Damit schnitt die Handy-Diagnose besser ab als eine tägliche Selbsteinschätzung der Teilnehmer.

Dass depressive Menschen nur wenige unterschiedliche Orte aufsuchten, spiegele die Tatsache wider, dass bei einer Depression oft der Antrieb verloren gehe, sagt Senior-Autor David Mohr. "Wenn Menschen depressiv sind, neigen sie dazu, sich zurückzuziehen und sind weniger motiviert, rauszugehen und etwas zu unternehmen", sagt der Psychologe und Experte für präventive Medizin. Auch wenn die Telefondaten keinen Aufschluss darüber gaben, wofür die Teilnehmer das Mobiltelefon nutzten, glaubt Mohr, dass viele die meiste Zeit im Internet surften oder Spiele spielten, statt mit Freunden zu kommunizieren. Die Beschäftigung mit dem Telefon helfe wahrscheinlich dabei, das Nachdenken über schmerzhafte, beunruhigende oder schwierige Dinge zu vermeiden.

HH

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