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Torwart in Verteidigung und Spieler, der Ball ins Tor köpfen will

Kopfbälle gelten als Risiko für das Gehirn. US-Wissenschaftler relativieren diese Erkenntnis.
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Fr. 17. Juli 2015

Kopfball-Verbot schützt nicht vor Gehirnerschütterung

Viele Gehirnerschütterungen beim Fußball gehen offenbar nicht auf das Konto von Kopfbällen, sondern resultieren aus dem körperlichen Einsatz zwischen Spielern. Um das Risiko zu minimieren, reiche es deshalb nicht aus, über ein Kopfball-Verbot im Fußball nachzudenken, so die Meinung von US-Forschern.

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Der Kontakt mit anderen Spielern war die häufigste Ursache für eine Gehirnerschütterung bei Fußball spielenden Schülern und -Schülerinnen. Dies galt für zwei Drittel der Vorfälle bei Jungen und etwa für die Hälfte bei Mädchen, ermittelten die Wissenschaftler um Dr. Dawn Comstock von der University of Colorado, USA. Das Köpfen von Bällen war jedoch die häufigste fußballspezifische Aktivität, bei der sich ein Drittel aller Jungen und rund ein Viertel aller Mädchen eine Gehirnerschütterung zuzogen. Allerdings war auch hier das Aufeinandertreffen der Spieler offenbar gefährlicher als der Aufprall von Kopf und Ball. So war der Zusammenstoß mit einem anderen Spieler während des Köpfens bei 78 Prozent der Jungen und 62 Prozent der Mädchen für die Gehirnerschütterung verantwortlich, wie die Forscher in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics berichten. Bei Mädchen kam es im Vergleich zu Jungen insgesamt häufiger zu Gehirnerschütterungen.

Über die Jahre hinweg sei Fußball mehr und mehr zu einem körperlichen Sport geworden bei dem der Spielerkontakt zugenommen habe, so die Forscher. "Es ist unwahrscheinlich, dass ein Kopfball-Verbot den Kontakt zwischen Spielern und die daraus folgenden Verletzungen verhindert", sagte Studienleiterin Dr. Dawn Comstock. Gehe ein solches Verbot nicht gleichzeitig mit Anstrengungen einher, den körperlichen Kontakt zwischen Spielern bei Zweikämpfen zu verringern, dürfte es nur einen geringen Effekt haben, prognostiziert sie.

HH

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