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Klimafreundliches Verhalten kann in gewisser Weise schädlich sein.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren hilft nicht nur der Gesundheit, sondern ist auch gut für die Umwelt. Für Stromsparen gilt das einer neuen Studie zufolge nur teilweise.
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Mi. 12. August 2015

So schädlich ist Stromsparen für die Umwelt

Wer die Erderwärmung stoppen und Treibhausgase reduzieren will, setzt auf Stromsparen und alternative Energien, reduziert den Fleischkonsum und benutzt das Fahrrad. Doch eine neue Studie zeigt jetzt, dass dieses klimafreundliche Verhalten auch schaden kann.

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Wer auf bestimmte Dinge verzichtet, reduziert damit nicht automatisch Treibhausgase – zumindest, wenn es um Dinge geht, deren Erzeugung durch das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) abgedeckt wird. Dazu gehört beispielsweise Strom. Das ergibt eine Studie von Professor Dr. Grischa Perino von der Universität Hamburg. Zentraler Bestandteil des EU-ETS ist eine Höchstmenge an zulässigen CO2-Emissionen. Das bedeutet: Betreiber der Anlagen, die dem EU-ETS unterliegen, dürfen nur eine bestimmte Menge CO2 ausstoßen. Diese Menge wird durch sogenannte CO2-Zertifikate bestimmt. Stoßen sie weniger CO2 aus, können sie die nicht in Anspruch genommenen Zertifikate an andere Unternehmen verkaufen oder für die Zukunft sparen. Werden also nicht alle Emissionsrechte genutzt, führt das nicht automatisch zu weniger CO2-Ausstoß: "Wenn ein Haushalt weniger Strom verbraucht, senkt das zwar die Treibhausgasemissionen in der deutschen Stromwirtschaft. Doch die eingesparten Emissionen verschieben sich durch das EU-ETS automatisch an einen anderen Ort oder Zeitpunkt", berichtet Perino in der aktuellen Ausgabe des US-Fachmagazins "Journal of the Association of Environmental and Resource Economists".

Klimafreundliches Verhalten wie Stromsparen kann der Studie zufolge sogar indirekt die Treibhausgasemissionen erhöhen. Das ist der Fall, wenn das gesparte Geld in Güter fließt, deren Produktion nicht dem EU-ETS unterliegt. Darunter fallen zum Beispiel Fleischprodukte, aber auch Autofahrten oder Fernreisen. Dann erhöhen sich die Treibhausgasemissionen in diesen Bereichen, ohne dass dies an anderer Stelle ausgeglichen wird. Die Studie zeigt, dass klimafreundliches Verhalten also vor allem bei diesen Gütern effektiv ist. Viele Umweltschutzorganisationen berücksichtigen dies jedoch nicht und würden Verbrauchern daher die falschen Dinge empfehlen. Perinos Fazit: Wer wirklich etwas für das Klima tun will, sollte eher auf Fleisch oder Autofahren verzichten, da diese Emissionen nicht durch das EU-ETS abgedeckt sind.

NK

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