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Harmonieren zwei Partner nicht, haben sie weniger Nachwuchs.

Forscher haben untersucht, warum es sich lohnt, nach der großen Liebe zu suchen.
© Models colourbox.de/Pressmaster

Di. 15. September 2015

Warum Liebe nicht erzwungen werden kann

Nervöses Flirten, peinliche Dates, schmachvolle Zurückweisungen – und alles, um letztlich die "wahre Liebe" zu finden. Aber lohnt sich diese Suche aus evolutionärer Sicht? Dieser Frage gingen deutsche Forscher bei Zebrafinken nach und untersuchten Kosten und Nutzen der individuellen Liebe.

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Zebrafinken teilen mit Menschen in dieser Hinsicht einige Werte: Sie sind suchen einen Partner fürs Leben und betreiben eine intensive, gemeinsame Brutpflege. Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen haben jetzt herausgefunden: Zebrafinken, die ihren Partner selbst aussuchten, hatten mehr Nachkommen als Vögel, deren Paarbeziehung erzwungen wurde. Erzwungene Partnerschaften gingen häufiger mit unbefruchteten Eiern einher. "Außerdem starben mehr Küken nach dem Schlüpfen, die meisten innerhalb der ersten 48 Stunden", sagt Dr. Malika Ihle, Erstautorin der Studie. In dieser Zeit hat der Vater die meiste Verantwortung für das Nest. Männchen in erzwungenen Partnerschaften schenkten den Jungen in dieser entscheidenden Zeit weniger Aufmerksamkeit.

Dass Zebrafinken bei der Partnerwahl durchaus wählerisch sein können und ganz eigene Vorlieben haben, zeigte sich in weiteren Analysen. Während sich die Männchen in der Balz zwar nicht unterschieden, waren Weibchen mit einem zugewiesenen Partner weniger paarungsfreudig. Freiwillige Paare verhielten sich darüber hinaus harmonischer: Beim gegenseitigen Kraulen und einander Folgen verhielten sie sich synchroner, saßen näher beieinander und turtelten weniger mit Fremden als erzwungene Paare. Das Fazit aus dieser Studie: Harmonieren zwei Partner nicht, sinkt ihr Fortpflanzungserfolg. "Sozial monogame Tiere müssen in ihrem Verhalten zueinander passen, damit sie sich gegenseitig motivieren können und die Aufgaben miteinander koordinieren und teilen können", sagt Wolfgang Forstmeier, Leiter der Studie. Und das könnte ebenso für Menschen gelten.

HH

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