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James Bond Schurke und Neuroanatomie

Um im Hirn die richtige Stelle zu finden, muss man lange studieren.
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Mi. 30. Dezember 2015

Bond-Schurke in Hirnanatomie nicht auf Zack

In einer Prüfung zur Neuroanatomie wäre Ernst Stavro Blofeld, der Gegenspieler von James Bond im neuesten Film "Spectre", höchstwahrscheinlich durchgefallen. Davon ist Dr. Michael Cusimano vom St. Michael's Hospital in Toronto, Kanada, überzeugt.

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Blofeld, der in dem Film von Christoph Waltz gespielt wird, möchte es dem Geheimagenten (Daniel Craig) ordentlich heimzahlen. Dazu benutzt er modernstes Folterwerkzeug: Während 007 festgeschnallt zur Bewegungslosigkeit verurteilt ist, steuert Blofeld einen Bohrer auf einem Roboterarm in Bonds Kopf. Das soll dem Agenten Schmerzen bereiten und den Teil seines Gedächtnisses löschen, das sich Gesichter merkt. "Aber Blofeld lag daneben", schreibt Cusimano in der Fachzeitschrift Nature. Wahrscheinlich hätte die Prozedur eher die Wirbelarterie getroffen und Bond getötet, ist der Neurochirurg überzeugt.

"Obwohl Blofeld genau die richtige Hirnregion benannt hat, von der man annimmt, sie sei an der Speicherung von Gesichtern beteiligt, hat er den Bohrer falsch angesetzt", sagte Cusimano. Die Spindelwindung, fachsprachlich Gyrus fusiformis, liegt dem Arzt zufolge vor dem linken Ohr. Blofeld zielte mit dem Bohrer jedoch unterhalb und hinter dieses Ohr, wo die Wirbelarterie verläuft. Nach heutigen Maßstäben chirurgischer Präzision, war der Schurke nicht einmal in der Nähe des Gehirns, erklärt der Neurochirurg. "Wäre Blofeld mein Student gewesen, hätte er seine Neuroanatomie-Prüfung wohl vergeigt."

RF

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