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Ein Team internationaler Forscher fand Spuren von Helicobacter pylori in den Überresten des Mageninhalts der Gletschermumie.

Paläopathologe Dr. Eduard Egarter Vigl und Dr. Albert Zink, Leiter des Instituts für Mumien und den Iceman in Bozen, entnehmen Proben an der Gletschermumie.
© Südtiroler Archäologiemuseum/Samadelli

Fr. 08. Januar 2016

Auch Ötzi litt unter Magenkeim

Im Jahr 1991 stolperten zwei Wanderer in den Ötztaler Alpen über Ötzi, die Gletschermumie. Seither wird der Eismensch von Wissenschaftlern bis ins kleinste Detail erforscht. Ein besonders kleines fanden sie erst kürzlich: Schon Ötzi war mit dem gefährlichen Magenkeim Helicobacter pylori infiziert.

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Ein Team internationaler Forscher fand unter Mitarbeit von Forschern in Bozen Spuren von Helicobacter pylori in den Überresten des Mageninhalts der Gletschermumie. Den Forschern gelang es, ein komplettes, 5.300 Jahre altes Bakterien-Genom zu rekonstruieren. Außerdem konnten die Forscher ein Marker-Protein nachweisen, das heute bei Menschen vorhanden ist, die mit Helicobacter infiziert sind. Damit zeigt sich, dass der gefährliche Magenkeim, der bei rund einem Zehntel der Infizierten klinische Komplikationen wie Gastritis, Magengeschwüre oder sogar Magenkrebs verursacht, offenbar schon unseren Vorfahren in der Kupfersteinzeit Probleme bereitete.

Ob der Nachweis von Helicobacter pylori bedeutet, dass Ötzi tatsächlich unter Magenproblemen litt, können die Forscher nicht sagen. Diese Frage bleibt offen, weil kein Magengewebe erhalten sei, an dem sich eine solche Erkrankung erkennen ließe, sagt Paläopathologe Albert Zink von der European Academy (EURAC) in Bozen. Was sich sagen lässt, ist, dass die Voraussetzungen einer solchen Erkrankung bei ihm existierten.

Eine weitere Analyse des Bakterien-Genoms zeigte zudem, dass dieses einem Stamm gleicht, der heutzutage in Zentral- und Südasien anzutreffen ist. Die Wissenschaftler waren davon überrascht, hatten sie doch angenommen, bei Ötzi den gleichen Helicobacter-Stamm zu finden, wie er heute bei Europäern auftritt. Die Forscher vermuten, dass ursprünglich ein asiatischer und ein afrikanischer Bakterienstamm existierten, die sich irgendwann zu einer europäischen Version entwickelten. Diese Rekombination könne offenbar erst nach Ötzis Zeit stattgefunden haben, was bedeute, dass die Geschichte der Besiedlung Europas viel komplexer sei, als bisher gedacht, so die Forscher.

HH

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