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Eine neue Studie aus Kanada zieht die Theorie der Midlife-Crisis in Zweifel.

In der Lebensmitte kauft sich so mancher Mann einen Sportwagen. Hat das etwas mit einer Sinnkrise zu tun, wie gemeinhin angenommen wird? Vielleicht ist er ja auch jetzt erst finanziell in der Lage, sich den schicken Flitzer leisten zu können.
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Do. 14. Januar 2016

Midlife-Crisis? Gibt es nicht!

Lange Zeit nahmen Forscher an, dass die Lebenszufriedenheit U-förmig verläuft, mit einem Tiefpunkt in der Mitte des Lebens – der Midlife-Crisis. Sie ist der Stoff, auf dem viele Geschichten, Filme und Fernsehserien basieren. Eine neue Studie aus Kanada zieht die Theorie der Midlife-Crisis nun in Zweifel.

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Wie aus der 25 Jahre dauernden Langzeitstudie von Wissenschaftlern der University of Alberta hervorging, steuert offenbar nicht alles auf einen krisenhaften Tiefpunkt in der Mitte des Lebens zu. Die Langzeitdaten deuteten vielmehr darauf hin, dass das Glücklichsein bis zum mittleren Lebensabschnitt einem Aufwärtstrend folge, der im Teenageralter und den frühen Zwanzigern beginne, so die Forscher. Mit Anfang 40 waren Studienteilnehmer im Allgmeinen glücklicher als sie mit 18 waren. Dies berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Developmental Psychology. Am schnellsten stieg das Glücklichsein zwischen 18 bis in die 30er an. Die Frage, ob es die Midlife-Crisis wirklich gibt, beantworten die Forscher mit einem Nein. Damit widersprechen sie früheren Ergebnissen aus sogenannten Querschnittsstudien, bei denen Daten nur ein einziges Mal erhoben werden. Diese liefern also nur eine Momentaufnahme zu der jeweiligen Fragestellung.

Nichts gegen Querschnittsstudien, sagt der Soziologe und Studienautor Harvey Krahn. Doch wenn man sehen wolle, wie sich Menschen mit zunehmendem Alter verändern, müsse man die gleichen Personen über einen längeren Zeitraum beobachten. Das Forscherteam verfolgte deshalb zwei Gruppen, eine ab dem 18. bis zum 43. Lebensjahr und eine von 23 bis 37 Jahren. In beiden zeigte sich ein Anstieg des Glücklichseins bis in die 30er hinein, mit einem leichten Absinken im Alter von 43 Jahren. Nachdem die Forscher jedoch Lebensfaktoren wie Veränderung des Familienstandes und des Beschäftigungsverhältnisses mit einbezogen, zeigte sich bei beiden Gruppen ein genereller Glücksanstieg nach Schule und Universität. Allerdings ließ sich aus den Ergebnissen auch ablesen, dass Menschen in Zeiten, in denen sie verheiratet und körperlich fit sind, glücklicher sind, dagegen weniger glücklich, wenn sie arbeitslos sind.

HH

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