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Forscher haben ein neues Mittel gefunden, dass Bakterien tötet.

Die Wissenschaftler Shekooh Behroozian und Julian Davies haben die antibakterielle Wirkung von spezieller Tonerde untersucht.
© Image courtesy of University of British Columbia

Mo. 01. Februar 2016

Indianische Heilerde gegen resistente Bakterien

Da sich Antibiotika im Kampf gegen Bakterien immer häufiger als stumpfe Waffe erweisen, suchen Wissenschaftler weltweit nach Alternativen. Ein neues Mittel, das Potenzial hat, fanden jetzt kanadische Forscher: Ehemaliger Eiszeitmatsch aus Kanadas Westen. Das Naturprodukt wirkt offenbar auch gegen multiresistente Keime.

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Die Forscher fanden heraus, dass Ton aus der kanadischen Provinz British Columbia offenbar eine antibakterielle Wirkung hat. Das berichten Forscher von der University of British Columbia im Fachblatt mBio. Das Mittel wird vom Indianerstamm der Heiltsuk schon seit Jahrhunderten wegen seiner heilsamen Wirkung genutzt. Es handelt sich dabei um einen hellgrauen Ton, dessen Lagerstätte sich in einem Gebiet 400 Kilometer nördlich von Vancouver befindet, wo er sich am Ende der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren bildete. Berichten zufolge soll die Heilerde schon bei allen möglichen Beschwerden geholfen haben, einschließlich Arthritis, Colitis, Hautreizungen und Brandwunden. Wie die Forscher berichten, war der Ton in Wasser gelöst dazu in der Lage, 16 Bakterienstämme abzutöten, die zu den sogenannten ESKAPE-Bakterien zählten. Unter diesen Begriff fallen verschiedene, gegen Antibiotika resistente Bakterienarten.

Resistenzen stellen Ärzte immer häufiger vor große Probleme, da mit ihnen die Zahl an nichtbehandelbaren Infektionen zunimmt, insbesondere in Krankenhäusern. Es sei deshalb sehr wichtig, nach neuen Quellen zur Behandlung von hartnäckigen Infektionskrankheiten zu suchen, sagen die Forscher. "Nach 50 Jahren der Übernutzung und des falschen Einsatzes von Antibiotika könnten traditionelle Arzneien und andere natürliche Stoffe neue Waffen im Kampf gegen multiresistente Bakterien sein", sagt Studie Julian Davies, Mikrobiologe und Autor der Studie. Es könne sich lohnen, die Wirksamkeit des kanadischen Tons als Heilmittel für schwere Infektionen weiter zu untersuchen. In einem nächsten Schritt sollte der Ton auf toxische Eigenschaften hin untersucht und seine Wirksamkeit gegen Infektionen mit multiresistenten Organismen in klinischen Studien getestet werden.

HH

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