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Geldsorgen können sich auch auf den Körper auswirken.

Arbeitslosigkeit, offene Rechnungen, Schulden: Finanzielle Nöte belasten nicht nur die Psyche.
© Gina Sanders - Fotolia.com

Di. 23. Februar 2016

Geldsorgen können echte Schmerzen verursachen

Menschen, die sich um ihre finanzielle Zukunft sorgen, könnten mehr unter körperlichen Schmerzen leiden als Menschen ohne Geldsorgen. Zu diesem Fazit kommen US-amerikanische Psychologen.

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Wie die Ergebnisse aus sechs Studien zeigen, führt finanzielle Unsicherheit offenbar zu körperlichen Schmerzen, senkt die Schmerztoleranz und erhöht den Konsum von freiverkäuflichen Schmerzmitteln. Dies berichten Eileen Chou von der University of Virginia und Kollegen in der Fachzeitschrift Psychological Science. So hatte sich in einer ersten Studie gezeigt, dass in Haushalten, in denen beide Erwachsene arbeitslos waren, 20 Prozent mehr Geld für Schmerzmittel ausgegeben wurde als in Haushalten, in denen mindestens ein Erwachsener Arbeit hatte. Riefen sich Studienteilnehmer in einer anderen Studie eine finanziell unsichere Zeit ins Gedächtnis, berichteten sie von fast doppelt so viel körperlichen Schmerzen wie Teilnehmer, die sich an eine Zeit ohne Geldnöte erinnerten. Und bei Labortests zeigte sich, dass die Schmerztoleranz bei Studenten, die sich einen unsicheren Stellenmarkt vorstellten, absank, während sie bei Gedanken an gute Jobaussichten gleich blieb.

Ihre Studie deute darauf hin, dass die Verbindung zumindest zum Teil dadurch entstehen könnte, dass Geldsorgen Menschen das Gefühl vermitteln, nur wenig Kontrolle über ihr Leben zu haben. Damit könnte sich eine Theorie bestätigen, die die Forscher aufgestellt hatten, nachdem sie zwei Trends bemerkt hatten: die Zunahme finanzieller Unsicherheit und die Zunahme von Klagen über körperliche Schmerzen. Die Wissenschaftler vermuteten, dass zwischen beidem eine Verbindung bestehen könnte. Das Gefühl von finanzieller Unsicherheit aktiviere psychische Prozesse, die mit Beunruhigung, Ängsten und Stress zusammenhingen. Von diesen sei bekannt, dass sie die gleichen neuralen Mechanismen teilten, die auch Schmerzen zugrunde lägen, so die Forscher.

HH

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