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Der Stick mit dem Testfeld ist kaum größer als ein herkömmlicher USB-Datenspeicher.

Der Stick mit dem Testfeld ist kaum größer als ein herkömmlicher USB-Datenspeicher.
© Imperial College London / DNA Electronics

Fr. 11. November 2016

Neuer HIV-Test misst Viren mit USB-Stick

Dank einer neuen Erfindung könnte es bald möglich sein, die Menge an HI-Viren mit Hilfe eines USB-Sticks zu messen. Menschen mit der Immunschwächekrankheit AIDS könnten dann ihre Therapie in ähnlicher Weise überwachen, wie dies Diabetiker tun.

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Wissenschaftler des Imperial College London und der Firma DNA Electronics haben das Gerät entwickelt. Es spürt HI-Viren in einem Tropfen Blut auf, der auf den USB-Stick aufgebracht wird. Anschließend übersetzt es die Informationen in ein elektrisches Signal, das von einem Computer, einem Laptop oder einem tragbaren Gerät gelesen werden kann. Es habe sich gezeigt, dass das neue Gerät nicht nur sehr akkurat messe, sondern die Ergebnisse in weniger als 30 Minuten produziere, berichten die Forscher im Fachblatt Scientific Reports. Das ist deutlich schneller als bisherige Tests zur Bestimmung der Viruslast. Diese bräuchten mindestens drei Tage, wenn nicht länger um die Menge an Viren zu bestimmen, und man müsse zuvor Blutproben an ein Labor schicken, so die Forscher.

Die neue Testmethode könne es Menschen mit HIV erleichtern, ihre Therapie zu überwachen. Die derzeitige Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten reduziere die Virenmenge fast auf null, so die Forscher. In manchen Fällen höre die Therapie jedoch auf zu wirken, möglicherweise weil die Viren Resistenzen entwickelt hätten. Das erste Anzeichen dafür sei ein Anstieg der Virenmenge im Blut. Ein regelmäßiges Überwachen der Werte könnte Ärzten zudem dabei helfen, zu erkennen, ob Patienten ihre Medikamente einnehmen. Ein Absetzten der Medikamente schadet nicht nur dem Patienten, sondern trägt zur Entstehung resistenter HI-Viren bei, was zunehmend zu einem Problem wird. Auch HIV-Patienten, die zum Beispiel in entlegenen Regionen Afrikas leben, könnten mit Hilfe des neuen Geräts ihre Krankheit besser kontrollieren, so die Forscher.

HH

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