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Das Smartphone verrät mehr über den Besitzer, als manchem lieb ist.

Lebensstil, Vorlieben und sogar Krankheiten: Die Spuren auf dem Handy offenbaren viel über den Nutzer.
© Syda Productions - Fotolia.com

Mi. 16. November 2016

Was das Smartphone über den Besitzer verrät

Scharfes Essen, Haarwuchsmittel, Sonnencreme: Wenn wir etwas anfassen, hinterlassen wir mit unseren Händen Spuren, zum Beispiel auf der Oberfläche von Handys. US-Forschern ist es nun gelungen, anhand dieser Spuren die Lebensgewohnheiten des jeweiligen Handybesitzers zu skizzieren.

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Anhand der Spuren, die Personen auf ihrem Handy hinterlassen hatten, konnten die Forscher zum Bespiel sagen, ob sein Besitzer weiblich war, teure Kosmetik verwendete, die Haare färbte, Kaffee trank, Bier gegenüber Wein bevorzugte, scharfes Essen mochte oder wegen Depressionen in Behandlung war. Lasse sich Sonnencreme und Mückenspray nachweisen, könne man vermuten, dass sich der Handybesitzer häufig im Freien aufhalte, so die Forscher. Die Wissenschaftler von der University of California in San Diego hatten von 39 Studienteilnehmern sowohl Proben der rechten Hand genommen sowie Proben von ihren Mobiltelefonen. Durch die Analyse der Proben und dem Abgleich mit einer großen Datenbank gelang es den Wissenschaftlern, viele Moleküle zu identifizieren, die in den Proben enthalten waren. Wie sie in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichten, konnten sie zum Beispiel Medikamente nachweisen, darunter anti-entzündliche Cremes und Anti-Pilz-Mittel, Augentropfen, Antidepressiva und Mittel gegen Haarverlust. Bei den Nahrungsmitteln ließen sich Substanzen wie Kräuter und Gewürze, Zitrus oder Koffein nachweisen. Auch zeigte sich anhand des Handys, ob sein Nutzer Sonnencreme oder Mückenschutzmittel verwendet hatte.

Das persönliche Profil, das sich aus den Spuren ergibt, sei allerdings nicht mit einem Fingerabdruck vergleichbar, so die Forscher. Die Art der Informationen könne aber zum Beispiel dabei helfen, die Suche nach dem Besitzer einzuengen. So sei es denkbar, dass sich mit Hilfe der neuen Methode bessere Verbrecher-Profile erstellen ließen oder dass sie bei der Überwachung an Flughäfen zum Einsatz kommen könnte. In der Zukunft könnte sich auf diese Weise möglicherweise auch die Therapietreue von Patienten feststellen lassen oder die Auswirkung von Umwelteinflüssen. Um noch präzisere Profile erstellen zu können, seien jedoch größere Referenz-Datenbanken notwendig.

HH

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