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Afrikaner und Europäerin

Wenn Menschen Fremde nach ihrer Herkunft einordnen sollen, orientieren sie sich mehr am Akzent als am Aussehen des Gegenübers.
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Do. 22. September 2011

Akzent verrät die Herkunft stärker als das Aussehen

"Das ist ein Italiener!" "Der kommt aus Deutschland!" Wenn Menschen Fremde nach ihrer Herkunft einordnen sollen, orientieren sie sich mehr am Akzent als am Aussehen des Gegenübers. Das ist das Ergebnis einer Studie von Psychologen der Universität Jena, die jetzt mit einem Forschungspreis ausgezeichnet wurde. Demnach vertrauen Menschen dem Gehörten mehr als dem Gesehenen.

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Bisher waren Psychologen immer davon ausgegangen, dass Menschen sich bei der ethnischen Einordnung von Fremden eher von visuellen Eindrücken leiten lassen. Dunkle Haare deuten auf den Mittelmeerraum hin, helle Haare eher auf Skandinavien. Die Jenaer Forscher haben nun untersucht, inwiefern Tonfall und Akzent des Gegenübers die Wahrnehmung beeinflussen. Knapp hundert Versuchspersonen mussten Fotos von italienisch und deutsch aussehenden Unbekannten jeweils Aussagen zuordnen, die entweder mit oder ohne Akzent gesprochen wurden. Das Ergebnis: das Aussehen wird bei der Einordnung zweitrangig, wenn die Sprache hinzukommt.

Sprache dient nicht nur der reinen Informationsvermittlung. Sie transportiert auch Temperament und Gemütszustand des Sprechenden. Daher sagt der Akzent einer Person viel mehr über sie aus als nur ihr Aussehen, so Dr. Tamara Rakić, die Hauptautorin der Studie. "Das Einordnen in soziale Kategorien, zum Beispiel nach ethnischer Zugehörigkeit, passiert spontan und hilft uns, die komplexe Welt einfacher und damit verständlicher zu machen", erläutert die Psychologin den Hintergrund ihrer Arbeit. Dies zeige laut Rakić, wie wichtig eine akzentfreie Sprache bei der Integration sei.

KK

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