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Beispiele für Darreichungsformen

Tabletten, Salben, Infusionen - es gibt eine viele verschiedene Darreichungsformen. Welche ist wann besonders günstig?

Tabletten und Dragees

Tabletten sind die gebräuchlichsten Arzneiformen. Die pulverförmigen Arzneistoffe werden mit Hilfsstoffen vermischt und in Form gepresst. So lassen sich die Wirkstoffe in einzelnen Portionen leicht einnehmen.

Damit es besser rutscht: Dragees. Sie sind zusätzlich mit einem Überzug versehen. Das macht ihre Oberfläche glatter und erleichtert das Schlucken.

Retardtabletten

Sie sehen aus wie normale Tabletten, sind aber nach einem speziellen Verfahren hergestellt, das die Wirk­stoffabgabe verzögert. Das heißt,

die Tablette löst sich nicht auf einmal auf, sondern gibt den Wirkstoff lang­sam und gleichmäßig über einen langen Zeitraum ab. Mit Retardtabletten er­übrigt sich oft eine mehrmals tägliche Einnahme, denn schon mit einer oder manchmal zwei Tabletten täglich ist für einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Blut über lange Zeit gesorgt.

Kapseln

Kapseln sind Hohl­formen aus Gela­tine. Granulierte Wirkstoffe werden in zweiteiligen, zusammensteckbaren Kapseln angebo­ten, flüssige Wirkstoffe in verschweißten Kapseln. Im Magen oder im Darm löst sich die Gelatinehülle auf. So wird gesteuert, dass der Inhalt der Kapseln erst dort frei wird. Deshalb: Kapseln nicht öffnen oder aufbeißen. Eine Aus­nahme bilden die Nitrokapseln, die Herzkranke oft für den Notfall ver­ordnet bekommen. Hier wird das Aufbeißen ausdrücklich gewünscht, denn der Wirkstoff soll über die Mundschleimhaut aufgenommen werden und sofort wirken.

Brausetabletten

Sie lösen sich leicht in Wasser auf. Da die Arznei als Lösung eingenom­men wird, wirkt sie schneller. Günstig sind Brausetabletten auch für alle, die feste Arzneiformen schlecht schlucken können.

Tropfen

Hier gibt es zum einen die flüssigen Arzneimittel zum Einnehmen, bei de­nen der Wirkstoff in Wasser; Alkohol oder Öl gelöst ist. Zur exakten Dosierung wird die Trop­fenmenge abgezählt. Man nimmt dazu einen Löffel oder einen speziellen Messbecher aus der Apotheke. Tropfen zum Einnehmen sind besonders vorteil­haft, wenn individuell dosiert werden muss, z. B. bei Kindern.

Nasentropfen, Augentropfen, Ohrentropfen

Diese Tropfen sind dagegen nicht zum Einnehmen gedacht. Diese Arzneien gibt es in speziellen Fläschchen mit Tropfvorrichtung oder Pipette. Sie werden direkt aufgebracht und wirken so an Ort und Stelle. Angebrochene Augentropfen sind nur begrenzt haltbar. Nasentropfen immer nur wenige Tage anwenden. Ein Dauergebrauch schädigt die Nasen­schleimhaut. jedes Tropfenfläschchen sollte immer nur von einer Person benutzt werden, sonst besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger über­tragen werden.

Injektionen und Infusionen

Manchmal ist es nötig, dass eine Arznei besonders schnell an einen bestimmten Ort gelangt oder dass sie den Magen und den Darm umgeht, weil der Wirkstoff hier sonst verdaut würde. Dann spritzt man sie z. B. direkt ins Blut­gefäßsystem oder in das Muskelgewebe.

Aerosole

Bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma und chroni­sche Bronchitis ist es günstig, wenn die Wirkstoffe direkt an den Wirkort gelangen. Dafür werden Aerosole zur Inhalation eingesetzt. Sie "vernebeln"

den Wirkstoff, und die winzigen Wirkstoffpartikel gelangen mit dem Atemstrom in die Lunge -vorausge­setzt, die Inhalation wird korrekt durch­geführt. Inhalieren ist aber nicht so ein­fach wie das Schlucken einer Tablette. Inhalieren muss man üben, am besten unter fachkundiger Anleitung wie z. B. in der Apotheke. Der Apotheker weiß auch über die Unterschiede einzelner Inhala­tionssysteme und ihre Handhabung Bescheid und kann Ihre Fragen dazu beantworten.

Arzneipflaster

Bei bestimmten Krankheiten stehen Arzneipflaster zur Behandlung zur Verfügung. Sie wer­den auf die vorgesehenen Hautpartien aufgeklebt. Die Wirkstoffe, die in der Klebeschicht oder in einem Reservoir verteilt sind, werden gleichmäßig über mehrere Tage an die Haut abgegeben und gelangen durch die Haut (= trans­dermal) direkt in die darunter liegen­den Blutgefäße. Das schont die Leber, die bei einer Tabletteneinnahme immer in den Wirkstoffkreislauf eingeschaltet ist: in ihr wird ein großer Teil der Wirk­stoffe um- oder abgebaut. Das Arznei­pflaster hat somit den Vorteil, mit ge­ringeren Wirkstoffmengen als Tabletten auszukommen. Transdermales thera­peutisches System (TTS) nennt der Fachmann diese Darreichungsform.

Zäpfchen und Vaginaltabletten

Diese Art der Dar­reichungsform wird in Körperhöhlen eingeführt. Der Wirkstoff ist in eine Trägersubstanz ein­gearbeitet. Das Zäpfchen löst sich dann bei Körpertemperatur langsam auf und gibt den Wirkstoff frei, der dann an Ort und Stelle wirkt oder auch durch die Schleimhaut dringt.

Salben

Hier sind die Wirk­stoffe streichfähig zubereitet. Salben werden direkt auf die betroffene Haut­- oder SchleimhautsteIle aufgebracht.

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Letzte Änderung: 27.08.2003