Welche Zytostatika werden gegen Darmkrebs eingesetzt?
Im Folgenden werden einige Medikamente, die zur Behandlung von Darmkrebs und/oder möglicher Metastasen eingesetzt werden, näher beschrieben. Die DNA ist ein wichtiger Angriffspunkt der Zytostatika.
Zentraler Baustein aller Körperzellen ist
die DNA (Desoxyribonukleinsäure). Die DNA besteht aus zwei
miteinander verbundenen Ketten. Diese setzen sich zwar aus einer
Vielzahl von "Kettengliedern" zusammen, es gibt aber
nur vier verschiedene Kettenglieder als Grundbausteine der DNA.
Diese Grundbausteine bestehen aus zwei Teilstücken. Eines ist bei
allen vier identisch, im zweiten Teilstück, den sogenannten
Basen, unterscheiden sie sich voneinander.
Die
DNA ist der Teil der Krebszelle, an dem sich die Wirkung der
krebszerstörenden Medikamente (Zytostatika) entfaltet.
Fluorouracil, 5-FU
5-FU
ist einer der Basen der DNA chemisch sehr ähnlich und führt dazu,
dass diese nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden
kann. Die für die Zellteilung notwendige Verdopplung der DNA ist
damit nicht möglich und die Zelle kann sich nicht fortpflanzen.
5-FU ist das am längsten und häufigsten eingesetzte Zytostatikum
gegen Darmkrebs.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
-
Durchfall
-
Herzbeschwerden
-
Haut- und Schleimhautentzündungen.
-
Hand-Fuß-Syndrom, dies ist eine schmerzhafte Schwellung
von Händen und Füßen.
-
Störungen der Leberfunktion.
-
Störungen der Blutbildung und des Immunsystems.
Irinotecan
Irinotecan ist die abgewandelte Form eines
Naturstoffes, der in einem in China heimischen Baum entdeckt
wurde. Um die Verdopplung der DNA bei der Zellteilung zu
ermöglichen, muss sie erst regelrecht aufgebrochen werden. Dies
ermöglicht eine körpereigenes Enzym. Irinotecan ermöglicht zwar,
dass die DNA gespalten, aber nicht mehr zusammengeführt werden
kann. Es kommt zum Stillstand der Teilung und zum Tod der
Krebszelle.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
-
Durchfall (um mehrere Tage verzögert)
-
Übelkeit und Erbrechen
-
Störungen der Blutbildung.
Oxaliplatin
Es handelt sich um eine Platinverbindung,
die die Grundbausteine der DNA über ihre Basen miteinander
chemisch verbindet und dadurch die Teilung der Tumorzelle und
damit das Wachstum des Tumors verhindert. Es gibt Hinweise, dass
durch Platinverbindungen auch die körpereigene Abwehr angeregt
wird.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
-
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
-
Durch Nervenschädigung kann es zu
Lähmungserscheinungen, Krämpfen und Missempfindungen kommen.
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Herzbeschwerden
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Störungen in der Blutbildung
Capecitabin, CPMP
Dieser Wirkstoff wird im Körper in mehreren
Stufen zu 5-FU umgebaut. Der letzte Schritt wird durch ein Enzym
ermöglicht, das vor allem in Tumorzellen gehäuft vorkommt. 5-FU
bildet sich also vor allem dort, wo es letztendlich wirken soll
und damit sollen Nebenwirkungen, die prinzipiell die gleichen wie
bei 5-FU sind, milder ausfallen. Darüber hinaus muss das
Medikament nicht gespritzt werden, sondern wird als Tablette
geschluckt.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
-
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
-
Herzbeschwerden
-
Haut- und Schleimhautentzündungen
-
Störungen der Leberfunktion
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Störungen der Blutbildung und des Immunsystems
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Hand-Fuß-Syndrom
Tegafur
Tegafur ist chemisch ebenfalls sehr ähnlich zu 5-FU und wird im
Körper in diesen umgewandelt. Im festen Verhältnis von 1 zu 4
wird es mit Uracil kombiniert. Diese Substanz ist selbst kein
Zytostatikum, blockiert aber im Körper für eine bestimmte Zeit
den Abbau von 5-FU in unwirksame Formen. Auch die Kombination von
Tegafur und Uracil wird als Kapsel eingenommen.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
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Durchfall.
-
Übelkeit, Erbrechen.
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Bauchschmerzen.
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Schwächegefühl.
- Das
Fuß-Hand-Syndrom tritt nur in milder Form auf.
Mitomycin,
Mitomycin C
Mitomycin wird aus einem bestimmten Pilz gewonnen. Im Körper wird
die Substanz verändert (metabolisiert) und in ihre wirksame Form
überführt. Bestimmte Strukturen der DNA werden dann blockiert.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
-
Schädigung des Knochenmarks.
-
Nierenschäden.
-
Lungenschäden (Lungenentzündung).
Nimustin
Nimustin ist ein Wirkstoff, der ähnlich wie
Mitomycin bestimmte Strukturen der DNA chemisch verändert und auf
diese Weise die Zellteilung unterbindet.
Häufigste Nebenwirkungen sind:
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Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
-
Schädigung des Knochenmarks (verzögert).
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Haut- und Schleimhautentzündungen.
Folinsäure
(Leukovorin, Kalziumfolinat)
Gleichzeitig zur Behandlung mit 5-FU wird
sehr häufig Folinsäure als zweites Medikament gegeben. Dabei
wirkt es nicht selber als Zytostatikum, sondern ist eine der Folsäure (Vitamin
B-Gruppe) verwandte Substanz. Die Wirksamkeit von 5-FU wird durch
Zugabe von Folinsäure verstärkt, da es die Menge einer bestimmten
Form von 5-FU in der
Körperzelle erhöht.Hauptsächliche Nebenwirkungen
sind Einschlafstörungen.
amik
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