Welche Arzneimittel werden gegen Gallenerkrankungen eingesetzt?
Je nach Gallenerkrankung können Heilpflanzen die Wirkung synthetischer Wirkstoffe ergänzen.
Arzneimittel gegen unklare Oberbauchbeschwerden
Bevor Medikamente eingenommen werden,
sollten unklare Oberbauchbeschwerden von einem Arzt untersucht
werden. Es werden zwei Gruppen von Medikamenten, die auf die
Gallenblase wirken, unterschieden. Die eine Gruppe an
Medikamenten erhöhen die Gallenproduktion in der Leber, sie
werden auch Choleretika genannt. Dazu zählen Stoffe, die die
Leber dazu anregen, mehr Galle zu bilden oder Substanzen, die die
Gallenblase anregen, Galle auszuschütten. Gern werden diese
Medikamente bei winzigen Gallensteinen, dem Grieß, eingesetzt.
Auf diese Weise kann der Abfluss des Grießes aus der Gallenblase
begünstigt werden.
Diese Arzneimittel dürfen nur dann
eingenommen werden, wenn keine Gallensteine oder Veränderungen an
den Gallenkanälchen den Abfluss behindern oder wenn der Patient
unter einer akuten Leberentzündung leidet. Insgesamt wird die
Behandlung jedoch als wenig wirksam eingestuft. Folgende
Wirkstoffe werden beispielsweise verwendet:
- Azintamid
- Febuprol
- Fenipentol
Ein weiterer Wirkstoff, der neben der
Anregung der Galleausschüttung zusätzlich eine leicht
krampflösende Wirkung hat, ist das
Hymecromon. Diese Wirkung ist bei der Anwendung als
Tabletten im Gegensatz zur Injektion jedoch nur schwach
ausgeprägt.
Die zweite Medikamentengruppe sind die so
genannten Cholekinetika. Diese werden vor allem zur Behandlung
eines gestörten Gallenabflusses eingesetzt. Die notwendigen
Muskeln des Gallenkanals werden angeregt, sich zusammen zu ziehen
und damit einen Abfluss der Gallenflüssigkeit zu bewirken. Dies
kann durch Vasopressin
erfolgen.
Aber auch ätherische Öle verschiedener
Pflanzen regen die Entleerung der Gallenblase an. Verwendet
werden beispielsweise:
-
Pfefferminze
-
Anis
-
Fenchel
-
Kümmel
Zur Behandlung leichterer Gallenbeschwerden
können auch eine Reihe Arzneipflanzen angewendet werden. Im
Allgemeinen enthalten die Präparate alkoholische Auszüge dieser
Pflanzen. Dazu zählen beispielsweise:
-
Artischocke
-
javanische Gelbwurz
-
Löwenzahn
-
Erdrauchkraut
Arzneimittel gegen Gallensteine
Von den vorgestellten Arten an Gallensteinen
lassen sich nur die reinen Cholesterin-Gallensteine medikamentös
auflösen. Alle anderen Gallensteine können nur operativ entfernt
werden. Das Auflösen von Cholesterin-Gallensteinen, die maximal
einen Durchmesser von 1,5 Zentimeter haben dürfen, mit Chenodeoxcholsäure oder Ursodeoxycholsäure ist allerdings
langwierig und dauert zwischen 6 und 24 Monate. Diese Substanzen
verhindern, dass die Leber Cholesterin in die Gallenblase abgibt
und hemmen die körpereigene Bildung von Cholesterin. Sie haben
auch einen Einfluss auf die Bildung von Cholesterin im Körper.
Während der Behandlung kommt es zu einem Anstieg der
Cholesterinwerte im Blut. Deshalb wird bei Patienten, die bereits
einen erhöhten Cholesterinspiegel haben oder unter
Arteriosklerose leiden, diese Behandlung selten gewählt.
Damit diese Präparate optimal wirken, dürfen
während der Behandlung bei Sodbrennen oder Übersäuerung des
Magens keine aluminiumhaltigen Magensäuremittel (Antazida)
eingenommen werden. Entweder muss eine zeitliche Trennung der
Einnahmen von vier Stunden bestehen oder man verwendet als
Alternative z. B. bismuthaltige Präparate.
Arzneimittel gegen Gallenblasenentzündung
Kommt es zu einer Gallenblasenentzündung
verbunden mit kolikartigen Schmerzen werden zur Behandlung meist
Kombinationen von krampf- und schmerzlösenden Präparaten
eingesetzt. Krampflösende Wirkstoffe sind beispielsweise:
- Flavoxat
- Demelverin
- Denaverin
- Drofenin
- Pirenzipin
- Trospium
Einige dieser Medikamente werden nicht nur
als Tabletten oder Dragees angeboten, sondern auch als Zäpfchen.
Bei massiver Übelkeit oder Erbrechen sind Zäpfchen eine sinnvolle
Alternative. Zusätzlich kann je nach Schwere der Entzündung eine
Antibiotikatherapie durchgeführt werden. Um die Gallenblase zu
entlasten, sollte während einer Gallenblasenentzündung möglichst
wenig Fett gegessen werden.
In einigen Fällen ist eine sofortige
Operation unumgänglich, um weitere Komplikationen, wie
Entzündungen des Bauchraumes, zu vermeiden.
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