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Wie funktioniert die Blutgerinnung?

Die Gerinnung (Koagulation) ist eine lebensnotwendige Eigenschaft des Blutes, denn ohne sie würde der Mensch schon bei kleinsten Verletzungen verbluten. Um das zu verhindern gibt es im Organismus drei verschiedene Systeme, die zum Teil ineinander greifen, sich aber zu einem gewissen Teil auch bei Störungen gegenseitig ersetzen können.

Als erste Phase der Blutstillung (primäre Hämostase) bezeichnet man das Zusammenziehen der Gefäße und das Verkleben der Blutplättchen (Thrombozyten). Aus der verletzten Gefäßwand und den aktivierten Blutplättchen werden Substanzen freigesetzt, die die Muskelzellen in der Gefäßwand dazu anregen, sich zusammenzuziehen. Der Blutstrom wird dadurch verlangsamt oder sogar ganz gestoppt und die weiteren Gerinnungsvorgänge können besser ablaufen. Die Blutplättchen werden durch Kontakt mit Bindegewebe aktiviert, das heißt, sie verändern ihre Form. So können sie sich an die Gefäßinnenwand anheften (Adhäsion) und auch untereinander verkleben (Aggregation). Dabei geben sie Inhaltsstoffe frei, die wiederum die Gefäße verengen und neue Plättchen zur Anlagerung anregen. Auf diese Weise bildet sich ein Pfropf, der das verletzte Gefäß verschließt. Dieser Thrombozytenpfropf reicht allerdings für einen dauerhaften Verschluss der Wunde nicht aus.

Die notwendige Festigkeit wird erst durch die eigentliche „Blutgerinnung“ (sekundäre Hämostase) erreicht. Hierfür sind eine Reihe von Eiweißstoffen, die sogenannten Gerinnungsfaktoren, verantwortlich. Sie werden als inaktive Vorstufen in der Leber gebildet, an das Blut abgegeben und bei Bedarf durch die Blutplättchen oder das verletzte Gewebe selbst aktiviert. Der Gerinnungsprozess läuft kaskadenförmig ab und als letzte Stufe entstehen Fibrinfäden, die durch Vernetzung und Zusammenziehen das Gerinnsel verfestigen.

Damit ein solches Blutgerinnsel nicht über die Blutungsquelle hinaus immer weiter wächst, werden in der Leber auch gerinnungshemmende Faktoren gebildet, die an den entsprechenden Stellen in das Geschehen eingreifen. Es ist also wichtig, dass zwischen gerinnungsaktivierenden und gerinnungshemmenden Faktoren stets ein Gleichgewicht besteht.

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Letzte Änderung: 27.08.2003