Geschlechtskrankheiten durch Chlamydien-Infektion
Wenn der Arzt von 'Chlamydien-Infektion' spricht, ist dies eine meist durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheit durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Chlamydia trachomatis ist ein typischer Schleimhautparasit, der ausschließlich den Menschen infiziert. Da das kugelförmige Bakterium in verschiedenen Untertypen vorkommt, können verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden.
Lymphogranuloma inguinale
Die gesetzlich geführte Geschlechtskrankheit
Lymphogranuloma inguinale kommt gehäuft in warmen Ländern, vor
allem in den Tropen und Entwicklungsländern und in der sozial
schlechter gestellten Bevölkerung vor. Andere Namen dieser
Infektion sind Lymphogranuloma inguinale (LGV), Lymphopathia
venerea oder Morbus Durand-Nicolas-Favre. In Deutschland wird sie
primär durch Seeleute eingeschleppt und tritt dann sporadisch in
Hafenstädten auf. Erste Beschwerden machen sich frühestens 7 bis
14 Tage nach der Ansteckung bemerkbar.
"Die" Chlamydien-Infektion
Eine unspezifische Genitalinfektion, die
häufig Ursache für eine Harnröhrenentzündung (Urethritis)
darstellt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist sie häufig als
"die" Chlamydien-Infektion bekannt, da sie neben der
Gonorrhöe bei Männern die häufigste Ursache für eine
Harnröhrenentzündung ist (NGU = Nichtgonokokken-Urethritis).
Zahlen aus den USA belegen, dass diese Infektion etwa genauso
häufig vorkommt wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Bei
Frauen dringen die Erreger meist über den Gebärmutterhals, beim
Mann über die Harnröhre ein. Erste Beschwerden treten frühestens
7 bis 14 Tage später auf. Zu gut einem Viertel wird diese
Chlamydien-Infektion durch eine zusätzliche Ansteckung mit
Tripper (Gonorrhöe) begleitet.
Trachom
Das sogenannte Trachom ist
eine entzündliche Augenerkrankung (chronische Hornhaut- und
Bindehautentzündung). Unbehandelt führt sie häufig zur
Erblindung.
Die beiden Krankheitsbilder Lymphogranuloma
inguinale und "die" Clamydieninfektion und deren
Behandlungsmöglichkeiten werden im Folgenden nacheinander
detaillierter beschrieben.
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Lymphogranuloma inguinale
Akute Beschwerden:
An der Infektionsstelle entsteht ein
unauffälliges, schmerzloses Bläschen, welches oft unbemerkt
bleibt. Im weiteren Verlauf bildet sich lokal ein kleines
Geschwür sowie eine entzündliche Schwellung der regionären
Lymphknoten zu derben Konglomeraten. Die Haut wird an diesen
Stellen blau-rot. Die schmerzhaften Lymphknoten schmelzen oft
eitrig ein. Beim Mann sind meist die Lymphknoten in der
Leistengegend, bei der Frau die Lymphknoten in Darm-Nähe
betroffen.
Komplikationen und Folgeschäden:
Unbehandelt geht die Erkrankung in ein
chronisches Stadium über. Nach fünf bis zehn Jahren kann es dann
über Jahrzehnte fortsetzend zu einem Verschluss der Lymphbahnen
und einem genitalen Lymphödem kommen. Abgekapselte
Eiteransammlungen, chronische Geschwüre, oder abnormale
röhrenförmige Gänge, sogenannte Fisteln im Anal-, Darmbereich
sowie anderen äußeren Geschlechtsorganen sind weitere
Anzeichen.
Chlamydien sind ein häufiger Verursacher von
Sterilität.
Außerdem können Schwangere den Erreger bei
der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Das Kind leidet dann
häufig unter akuter, eitriger Bindehautentzündung
(Einschlusskonjunktivitis), etwas seltener bricht eine
Lungenentzündung aus.
Behandlung:
Die Subtypen des Erregers Chlamydia
trachomatis, die diese Geschlechtskrankheit auslösen, lassen sich
gut mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline, alternativ
mit einem Makrolid-Antibiotikum oder einem Sulfonamid behandeln.
Die Einnahme erfolgt in der Regel mit Tabletten, Kapseln- oder
Saft über drei Wochen.
Eine frühe Behandlung bringt die günstigsten
Ergebnisse. In fortgeschrittenem Stadium ist die Therapie
monatelang fortzuführen. Existieren im fortgeschrittenen Stadium
neben Lymphödemen schon Fisteln sind chirurgisch-operative
Maßnahmen meist unumgänglich.
Beispiele für Antibiotika/Chemotherapeutika,
die angewendet werden:
Tetracycline:
- Doxycyclin (Mittel
der Wahl)
Makrolid-Antibiotik:
- Erythromycin (Mittel der Wahl)
Sulfonamide:
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"Die" Clamydien-Infektion
Akute Beschwerden:
Bei Frauen verlaufen 75 Prozent aller
Clamydien-Infektionen ohne konkrete Symptome. Gelegentlich wird
ein erschwertes Wasserlassen als Unpässlichkeit wahrgenommen. Es
kann auch zu einer milden Harnröhrenentzündung kommen, was sich
beispielsweise mit gelblichgrünem Ausfluss äußert.
Bei Männern führt die Infektion
typischerweise zu einer Harnröhrenentzündung. Starker Harndrang,
aber Schmerzen beim Wasserlassen, Jucken im Harnröhrenbereich und
eitriger Ausfluss sind typisch. Sehr häufig bleibt die Infektion
unbemerkt.
Komplikationen beziehungsweise
Folgeschäden:
Unbehandelt breitet sich die
Chlamydien-Infektion aus.
Aufsteigende Erreger führen bei Frauen zu
einer Eileiterentzündung sowie Entzündungen der Eierstöcke,
begleitet von Fieber und starken Unterbauchschmerzen.
Als besonders schwere Komplikation kann sich
eine akute Entzündung des Bauchfellüberzugs der Leber, genannt
Perihepatitis (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom), entwickeln.
Schwerwiegendste Spätfolge ist Sterilität
beziehungsweise die Gefahr einer Bauchhöhlenschwangerschaft.
Bei Männern kann eine Entzündung der
Vorsteherdrüse oder der Nebenhoden resultieren. Spätfolge auch
hier: Sterilität.
Eine auf noch nicht gänzlich geklärten
Immunreaktionen beruhende Komplikation ist die sogenannte
Reiterkrankheit. Rheumaartige Gelenkschmerzen, Harnwegs-,
Bindehaut- und Schleimhautentzündungen sind typisch. Für diese
Spätkomplikation muss allerdings eine genetische Disposition
vorliegen.
Behandlung:
Die Subtypen des Erregers Chlamydia
trachomatis, die diese Geschlechtskrankheit auslösen, lassen sich
gut mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline, alternativ
mit einem Makrolid-Antibiotikum behandeln.
Bei der unkomplizierten Harnwegsinfektion
wird in der Regel sieben Tage therapiert. Ausnahme ist eine ein-
bis dreitätige Therapiemöglichkeit mit dem neuen
Breitspektrum-Antibiotikum Gatifloxacin oder die einmalige Gabe
des Makrolid-Antibiotikums Azithromycin.
Bei schwer verlaufenden Formen wird die
Therapiedauer auf mindestens 14 Tage ausgedehnt.
Beispiele für Antibiotika/Chemotherapeutika,
die angewendet werden:
Tetracycline:
- Doxycyclin (Mittel der Wahl)
- Oxytetracyclin
Makrolid-Antibiotika:
Gyrasehemmer:
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