Die Geschlechtskrankheit Tripper (Gonorrhöe)
Die Gonorrhöe (Tripper) ist die häufigste Geschlechtskrankheit in Deutschland. Der Erreger ist ein Bakterium mit Namen Neisseria gonorrhoeae. Dieses Bakterium ist äußerst empfindlich gegen Kälte und Austrocknung, so dass eine Infektion praktisch nur über die Schleimhäute beim Geschlechtsverkehr möglich ist. Es kommt zunächst zu einem Befall des gesamten Genitalbereichs. Bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es meist zwei bis sechs Tage.
Akute Beschwerden
Beim Mann treten eitrige Absonderungen aus
der Harnröhre, verbunden mit Brennen beim Wasserlassen auf. Bei
der Frau kann es zu eitrigem Ausfluss aus dem Vaginalbereich und
ebenfalls Brennen beim Wasserlassen kommen.
Die Infektion kann sich bei entsprechenden
Sexualpraktiken auch an anderen Körperstellen zeigen. Durch
Kontakt- oder Schmierinfektion kann es zu einem Befall des
Rachenraumes, der Bindehaut des Auges oder des Afters kommen
(sogenannte extragenitale Infektion).
Viele Männer und Frauen bemerken zunächst
nichts von der Infektion.
Komplikationen und Folgeschäden
Nach zwei bis drei Wochen geht die akute
Gonorrhöe in eine chronische Form über. Wird diese nicht
behandelt, ist dies ein schwelender Entzündungszustand: Besteht
eine Gonorrhöe längere Zeit unbehandelt, können die Bakterien
über den Blutweg streuen und zu einer Blutvergiftung (Sepsis)
führen. Auch schmerzhafte Gelenkschwellungen wurden schon auf
eine Gonorrhöe zurückgeführt.
Bei der Frau sind Gebärmutter- und
Eileiterentzündungen häufig, bis hin zum Risiko, eine
Bauchfellentzündung zu erleiden.
Spätfolgen beim Mann sind narbige
Harnröhren-Verengungen, die häufig operativ behoben werden
müssen. Auch besteht die Gefahr von Prostata- und
Nebenhodenentzündungen.
Unfruchtbarkeit, also Sterilität von Mann
und Frau, kann eine Folge sein.
Umgekehrt können Schwangere die Erreger bei
der Geburt auch auf das Kind übertragen. Gefährliche Augeninfekte
mit Erblindungsgefahr waren früher häufig.
Behandlung
Bis 1985 galt die Gabe von Penicillin G als
Mittel der Wahl. Aufgrund zunehmender Resistenzentwicklung der
Gonokokken-Erreger gegen Penicilline, insbesondere in Afrika und
Asien, ist die Pinicillin G-Gabe heute in den
Therapieempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht
mehr enthalten.
Mittel der Wahl sind heute Antibiotika aus
der Gruppe der sogenannten Cephalosporine. Alternativ werden auch
sogenannte Gyrasehemmer oder Spectinomycin eingesetzt. Die
einmalige, hochdosierte Gabe ist in der Regel ausreichend. Um
hohe Serum-Konzentrationen zu erreichen geschieht des häufig
durch eine Injektion in den Muskel, manchmal auch durch orale
Gabe als Tabletten oder Saft.
Bei einer komplizierten Gonorrhöe werden die
gleichen Antibiotika über einen längeren Zeitraum (sieben Tage
bis einen Monat) angewendet. Neugeborenen-Infektionen können
durch Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren heute weitestgehend
vermieden werden.
Da die Gonorrhöe häufig von einer
allgemeinen Chlamydien-Infektion begleitet wird, werden zu deren
Bekämpfung manchmal noch eine Woche lang zusätzlich andere
Antibiotka, sogenannte orale Tetracycline gegeben.
Beispiele für Antibiotika/Chemotherapeutika,
die angewendet werden:
Penicilline:
- Benzyl-Penicillin =
Penicillin G (heute weniger gebräuchlich)
Cephalosporine:
- Ceftriaxon (heute
Mittel der Wahl)
- Cefixim
"Aminoglykosid"-Antibiotika:
Gyrasehemmer:
stoy
|