Die Geschlechtskrankheit Weicher Schanker (Ulcus molle)
Der Weiche Schanker (Ulcus molle) wird durch Infektion mit dem Bakterium Haemophilus ducreyi, das gegen Kälte- und Austrocknung sehr empfindlich ist, ausgelöst. Dieser Erreger, der in tropischen Gebieten Afrikas, Asiens und in Lateinamerika häufiger vorkommt, in Mitteleuropa aber selten ist, wird praktisch nur durch verletzte Haut oder durch Schleimhaut beim Geschlechtskontakt übertragen.
Die ersten Krankheitssymptome sind nach zwei
bis fünf Tagen, selten erst nach mehreren Wochen sichtbar.
Akute Beschwerden
An der Eintrittspforte des Erregers, also am
Penis, den Schamlippen oder der Scheide entstehen eitrige
Bläschen. Daraus entwickeln sich schmerzhafte, weiche
Hautgeschwüre (deshalb "weicher Schanker" in
Abgrenzung zu Syphilis mit harten Geschwüren) an den
Geschlechtsorganen. Besonders bei Frauen kann die Infektion aber
auch völlig symptomlos verlaufen.
Komplikationen und Folgeschäden
Die Bakterien können sich entlang der
Lymphgefäße in die Lymphknoten der Leisten ausbreiten. Ein
allgemeiner Druckschmerz sowie Schwellung dieser regionären
Lymphknoten, die eventuell vereitern und zur Haut hin aufplatzen,
kommt hinzu.
Gelegentlich kommt es zu ausgedehnter
Gewebszerstörung.
Behandlung
Der bakterielle Erreger Haemophilus ducreyi
zeigt zunehmende Resistenz gegen ursprünglich geeignete
Chemotherapeutika /Antibiotika, wie Tetracycline und Sulfonamide.
Die WHO empfiehlt deshalb heute Chemotherapeutika aus der Gruppe
der sogenannten Cephalosporine oder sogenannte
Makrolid-Antibiotika. Die einmalige, hochdosierte Gabe ist in der
Regel ausreichend. Um hohe Serum-Konzentrationen zu erreichen,
geschieht dies häufig durch eine Spritze in den Muskel, manchmal
auch durch orale Gabe als Tabletten, Kapseln oder Saft.
Beispiele für Antibiotika/Chemotherapeutika,
die angewendet werden:
Cephalosporine:
- Ceftriaxon (heute
Mittel der Wahl)
Makrolid-Antibiotika:
- Azithromycin (heute Mittel der Wahl)
- Erythromycin
Gyrasehemmer:
Sulfonamide:
- Sulfamethoxazol /
Trimethoprim (Cotrimoxazol)
Tetracycline:
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