Welche Arzneistoffe werden gegen Asthma eingesetzt?
Gegen Asthma werden Wirkstoffe mit sehr unterschiedlichen Wirkungsmechanismen eingesetzt. Viele der Medikamente werden inhaliert und wirken dadurch gezielt in der Lunge.
Wie wirken Glucocorticoide?
Glucocorticoide sind die stärksten
entzündungshemmenden Wirkstoffe und deshalb Mittel der Wahl in
der Langzeittherapie des Asthma bronchiale. Sie werden auch als
"Corticoide", "Korticoide" oder noch
vereinfachter "Steroide" bezeichnet. Bei leichtem bis
mittelschwerem Asthma werden die Glucocortikoide inhaliert, bei
schwerem Asthma müssen sie oft auch in Form von Tabletten
("oral") eingenommen werden. Wenn die Glucocorticoide
(richtig) inhaliert werden, wirken sie nur in der Lunge und
zeigen fast keine Nebenwirkungen an anderen Organen. Ihre Wirkung
setzt erst nach einigen Tagen ein. Sie werden dauerhaft
eingenommen und haben keine Wirkung gegen einen akuten
Anfall.
Wirkstoffe sind insbesondere:
- Beclometason
(inhalativ)
- Budesonid
(inhalativ)
- Flunisolid
(inhalativ)
- Fluticason
(inhalativ)
- Prednisolon
(oral)
- Methylprednisolon
(oral)
Wie wirken Mastzellstabilisatoren?
Mastzellen sind Zellen des Immunsystems. Bei
einem Asthmaanfall zersetzen sich die Mastzellen und setzen dabei
bestimmte Botenstoffe (Mediatoren) wie zum Beispiel Histamin und
Leukotriene frei. Diese Substanzen lösen die Verkrampfung der
Atemwegsmuskulatur und die Schleimbildung aus. Gleichzeitig wird
die Schleimhaut geschädigt und weitere Botenstoffe freigesetzt.
Es kommt zu einer Entzündung.
Cromoglicinsäure und
Nedocromil verhindern die Zersetzung der Mastzellen und
unterbrechen die Reaktionskette. Diese entzündungshemmenden
Wirkstoffe werden dauerhaft eingenommen.
Wie wirken Antileukotriene?
Antileukotriene
(Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten) wie zum Beispiel Montelukast besetzen den Wirkort der
Leukotriene (spezielle Botenstoffe) und wirken so
entzündungshemmend und atemwegserweiternd. Diese Wirkstoffe
werden aber bisher nur als Zusatzmedikamente eingesetzt.
Wie wirken Beta-2-Agonisten?
Beta-2-Agonisten entspannen die
Atemwegsmuskulatur und wirken so atemwegserweiternd. Die
langwirkenden Arzneistoffe aus dieser Gruppe werden dauerhaft
eingesetzt. Die kurzwirkenden hingegen bessern den akuten
Asthmaanfall und werden bei Bedarf inhaliert.
Wirkstoffe sind insbesondere:
- Salmeterol
(langwirkend)
- Formoterol
(langwirkend)
- Salbutamol
(kurzwirkend)
- Fenoterol
(kurzwirkend)
- Terbutalin
(kurzwirkend)
Wie wirkt Theophyllin?
Theophyllin führt zu einer Erschlaffung der
Atemwegsmuskulatur. Wegen seiner längeren Wirkdauer ist
Theophyllin wichtig zur Verbeugung nächtlicher Asthmaanfälle. Für
diese Anwendung wird der Arzneistoff vor allem in Form von
Retardtabletten eingesetzt, die den Wirkstoff erst nach und nach
freigeben. Die Retardtabletten gehören in die
Dauermedikation.
Theophyllin in Lösung (Tropfen, Brausetablette,
Trinkampulle) wirkt schnell und hat sich bei der Behandlung
schwerer akuter Asthmaanfälle bewährt. In diesen
Darreichungsformen wirkt der Arzneistoff gegen einen akuten
Anfall und wird bei Bedarf eingenommen.
Wie wirken Parasympatholytika?
Parasympatholytika (Anticholinergika) führen
ebenfalls zu einer Erschlaffung der Atemwegsmuskulatur. Dadurch
werden die Bronchien erweitert. Diese Arzneistoffe werden unter
Umständen auch in einem festen Mischungsverhältnis (fixe
Kombination) mit kurzwirkenden Beta-2-Agonisten eingesetzt.
Wirkstoffe sind insbesondere:
Warum werden viele Arzneimittel gegen Asthma inhaliert?
Viele der Medikamente gegen Asthma werden
"lokal” in der Lunge angewendet und müssen vom
Patienten inhaliert werden. Das ist nicht immer ganz einfach,
denn es gibt verschiedene Systeme wie:
-
Dosieraerosole mit oder ohne Spacer
-
Pulverinhalatoren
-
Vernebelungsgeräte
Die Anwendung von Dosieraerosolen führt zu
einigen Problemen: Gelangt der Sprühstoß nicht in den Strom der
Einatmungsluft, bleibt der Wirkstoff überwiegend im Mund- und
Rachenraum hängen. Von dort wird er in den Blutkreislauf
aufgenommen und kann zu unerwünschten Wirkungen führen. Auf der
anderen Seite ist die gewünschte Wirkung in den Bronchien zu
gering. Ungünstig sind auch unverdampfte Treibgasreste des
Dosieraerosols, die über einen Kältereiz zu einer Verengung der
Atemwege führen.
Verschiedene Hilfsmittel wie
"Expander” und "Spacer” können diese
Probleme lösen. Die Patienten müssen in der richtigen Handhabung
geschult werden. Bei Problemen sollten sie zudem einen Apotheker
als Ansprechpartner haben. Hinzu kommt, dass die Systeme
verschiedener Hersteller unterschiedlich bedient werden.
Verwendete Literatur
ados
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