Wie wird eine Blutarmut behandelt?
Die meisten Formen einer Blutarmut lassen sich medikamentös behandeln. Dabei ist die Therapie je nach Ursache der Anämie unterschiedlich.
Arzneimittel gegen Eisenmangel
Wenn der Arzt ein Defizit an Eisen
diagnostiziert, wird er diesen Mangel mit Eisensalzen in
Tablettenform ausgleichen. Manche Patienten, die Eisentabletten
schlucken, klagen
über Durchfall oder Übelkeit bis hin zu quälenden Bauchkrämpfen.
Wer unter diesen Nebenwirkungen leidet, kann das Medikament auch
zum Essen einnehmen oder besser verträgliche Brausetabletten
anwenden. Eisenpräparate sollten nicht gemeinsam mit
Arzneimitteln gegen Sodbrennen (Antazida) genommen werden. Eine
Nahrungsmittelergänzung mit Produkten, die auch Eisen enthalten,
reicht zur Behandlung einer Eisenmangelanämie nicht aus.
Wenn entzündliche Darmerkrankungen
verhindern, dass Eisen vom Magen- und Darmtrakt komplikationslos
ins Blut übertritt oder wenn der Magen des Patienten das
zugeführte Eisen strikt ablehnt, kann der Arzt das Mineral auch
spritzen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass sich die
Einstichstelle entzündet und dass es zu einer Eisenüberdosierung
kommt. Diese äußert sich in Vergiftungserscheinungen wie
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen.
Gegen eine Eisenverwertungsstörung im Sinne
der sideroachrestischen Anämie werden keine Eisenpräparate
angewendet.
Gegen Eisenmangel werden verschiedene
Eisensalze angewendet. Zweiwertige Eisenionen -Eisen (II) –
werden oral, die dreiwertigen Eisen-(III)-Ionen als Injektionen
eingesetzt. Wirkstoffe sind beispielsweise:
- Eisen-(III)-Sorbitol-Citrat-Komplex
Arzneimittel gegen perniziöse
Anämie
Eine perniziöse Anämie behandelt der Arzt,
indem er zwei Wochen lang täglich
Vitamin B12 in den Muskel oder die Vene spritzt. Danach
reichen zwei Injektionen pro Woche aus, die gegeben werden, bis
die Speicher wieder aufgefüllt sind und der Mangel behoben ist.
Tabletten oder Trinkampullen mit Vitamin B12 eignen
sich zur Vorbeugung, können eine perniziöse Anämie aber nicht
heilen.
Arzneimittelgegen
Folsäuremangelanämie
Wer unter einer Folsäuremangelanämie leidet,
nimmt täglich 10 bis 20 Milligramm Folsäure als
Tablette ein. Menschen, die ohne ihren oberen Abschnitt des
Dünndarms leben, oder die Probleme haben, das Vitamin zu
resorbieren, brauchen täglich ein bis fünf Milligramm Folsäure
als Spritze.
Arzneimittel gegen Erythropoetinmangelanämie
Patienten, denen das blutbildende Hormon
fehlt, weil die Nieren versagen, kann der Arzt Erythropoetin
künstlich zuführen. Dafür gibt es sogenanntes rekombinantes
Erythropoetin, das im Labor gentechnisch gewonnen wird. Der
Erfolg stellt sich normalerweise innerhalb von zwei bis sechs
Wochen ein, wenn sich Zahl der roten Blutkörperchen wieder
normalisiert hat. Zusätzlich müssen die Patienten Eisen
einnehmen, um den erhöhten Bedarf zu decken.
Angewendet werden zum Beispiel die
Wirkstoffe:
Sonstige
Eine Anämie infolge eines Verlustes großer
Mengen Blut nach Unfällen oder Verletzungen, therapiert der Arzt
umgehend mit einer Infusion gespendeten Blutes oder spezieller
Blutersatzmittel. Danach sollten die geleerten Eisenspeicher
wieder mit hochdosierten Eisentabletten aufgefüllt werden.
Eine aplastische Anämie kann behandelt
werden, indem der Arzt Konzentrate der fehlenden Blutzellen
verabreicht.
Patienten mit Thalassämie müssen sich alle
drei Wochen einer Bluttransfusion unterziehen. Durch die vielen
Transfusionen reichert sich aber Eisen an, das durch den
Wirkstoff Desferoxamin
gebunden und wieder abbaut werden kann. Dieser Wirkstoff wird
auch gegen Eisenüberdosierungen angewendet.
Patienten mit einer autoimmunhämolytischen
Anämie bekommen Glucocorticoide.
ssch
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