Welche Arzneistoffgruppen werden gegen Epilepsie verwendet?
Mittel zur Behandlung der Epilepsie werden als Antiepileptika bezeichnet. Antiepileptika heilen die Erkrankung nicht, sondern lindern die Symptome. Sie müssen regelmäßig und lebenslang eingenommen werden. Alle Antiepileptika sind verschreibungspflichtig.
Die wichtigsten Arzneistoffe dieser Gruppe
blockieren den Stromfluss von Zelle zu Zelle. Eine Übererregung
wird dadurch vermindert, dass der Transport von elektrisch
geladenen Teilchen, sogenannter Ionen, reduziert wird. Außerdem
bringen sie das gestörte Gleichgewicht körpereigener Botenstoffe
wieder in Einklang. Meistens verhindern die Arzneistoffe nicht
die Entstehung von Impulsen im Gehirn, sondern die nicht
sachgerechte Ausbreitung.
Wenn es trotz der Einnahme von Medikamenten zu einem Anfall gekommen ist, ist die nachträgliche Gabe nutzlos. Bei Notfällen werden andere Medikamente als für die Dauertherapie eingesetzt. Mittel der Wahl in Notfallsituationen sind Arzneimittel aus der Gruppe der Benzodiazepine, die krampflösend wirken. Das bekannte Diazepam kann als Spritze oder als Rectiole verabreicht werden. Dabei wird die Arzneistofflösung vergleichbar mit einem Zäpfchen in den Enddarm verabreicht.
Wirkung von
Antiepileptika
Die Antiepileptika beeinflussen verschiedene
Ionen (Natrium, Calcium) oder Botenstoffe wie GABA im Gehirn. Bei
fokalen und generalisierten Anfällen spielt insbesondere die
Wirkung auf die Natriumkanäle eine Rolle. Dabei handelt es sich
um eine Art "Pipeline", durch die Natriumteilchen in
die Zelle fließen. Diese Kanäle werden durch die Medikamente
blockiert. Durch die Blockade von Calciumkanälen sind die
Arzneistoffe auch bei Absencen wirksam. Bei Myoklonien ist
hingegen ein anderer Effekt gefragt. Die klassischen
Antiepileptika verstärken die Wirkung von Botenstoffen im Gehirn,
die die Aktivität der Nervenzellen hemmen. Dieser Botenstoff wird
als GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) bezeichnet.
Wirkstoffe sind unter anderem:
- Carbamazepin
- Ethosuximid
- Felbamat
- Gabapentin
- Lamotrigin
- Levetiracetam
- Phenytoin
- Primidon
- Sultiam
- Tiagabin
- Topiramat
- Valproinsäure
- Vigabatrin
MRB
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