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Welche Risiken haben Immunstimulantien?

Wird das Immunsystem mit Arzneimitteln gestärkt, können allergische Reaktionen zunehmen. In Einzelfällen und vor allem bei der Langzeitanwendung muss die Möglichkeit einer überschießenden Reaktion des Immunsystems beachtet werden.

Arzneimittel zur Steigerung der Abwehrkräfte dürfen nicht bei Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen das Immunsystem betroffen ist. Dazu gehören beispielsweise:

  • HIV-Infektion
  • Tuberkulose
  • progrediente Systemerkrankungen. Das sind fortschreitende Erkrankungen mehrerer Organe, die zu einem funktionellen System des Körpers gehören. Zu den Systemerkrankungen zählen unter anderem Leukämie und Multiple Sklerose.

Vorher unterdrückte Immunreaktionen können bei einer Anwendung von Immunstimulantien im Extremfall auch zu einer Verschlimmerung chronisch-entzündlicher Krankheitsprozesse führen. In diesem Fall bewirkt eine Steigerung der körperlichen Abwehr die Bekämpfung körpereigener Zellen (Autoimmunreaktion). Es kommt zu Erkrankungen, bei denen das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe kämpft und dieses durch eine Entzündung beschädigt.

Was müssen Sie bei pflanzlichen Immunstimulantien beachten?

Pflanzliche Arzneimittel können bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern (lateinisch Asteraceae oder Compositae) zu allergischen Reaktionen führen. Zu den Korbblütlern gehören beispielsweise:

  • Sonnenhut
  • Arnika
  • Kamille
  • Huflattich
  • Ringelblume
  • Löwenzahn
  • Artischocke
  • Dahlie
  • Estragon
  • Schafgarbe
  • Sonnenblume
  • Wermut

Die schwerwiegenden Reaktionen können vom Hautausschlag mit roten Flecken und Blasenbildung bis zur allergischen Reaktion der Atemwege mit Asthma bronchiale gehen. Die Gefahr, eine Allergie zu entwickeln, erhöht sich bei längerfristiger Anwendung, besteht aber prinzipiell auch bei wiederholter kurzfristiger Anwendung.

Der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft liegen Fallberichte über allergische Reaktionen bei Immunstimulantien vor. Diese sind allerdings überwiegend bei Injektionen aufgetreten. Wie bei allen Arzneimitteln sollten Kinder besonders vorsichtig behandelt werden.    

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Letzte Änderung: 28.08.2003