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Welche Arzneimittel werden gegen Herpesinfektionen eingesetzt?

Gegen die Herpesbläschen hat die Apotheke eine Reihe von gut wirksamen Arzneimitteln zu bieten.

Welche Arzneistoffe helfen bei Lippenherpes?

In Deutschland sind für die Behandlung des Lippenherpes verschiedene Präparate zugelassen:

  • Chemisch-synthetische Virustatika wie Aciclovir (siehe unten)
  • Pflanzliche Präparate mit Melissenextrakt
  • Zink-Heparin-Kombinationen

Die chemischen Virustatika wie Aciclovir verhindern, dass sich die Viren weiter vermehren. Schon beim ersten Kribbeln sollte das Präparat alle vier Stunden aufgetragen werden, da dann die Zahl der Viren noch klein ist.

Welche Arzneistoffe helfen bei Genitalherpes?

Im Gegensatz zum Lippenherpes kommt man dem Herpes unterhalb der Gürtellinie nicht mit lokal aufzubringenden Arzneimitteln bei; Salben und Cremes sind zu schwach. Die Patienten müssen immer systemisch in Form vom Tabletten oder Infusionen behandelt werden. Zur Verfügung stehen beispielsweise:

  • Aciclovir
  • Valaciclovir
  • Famciclovir

Die drei Virustatika, die die Vermehrung der Viren hemmen, sind nahezu gleichwertig. Dennoch: Die intravenöse Gabe von Aciclovir ist bei schwerkranken Patienten und solchen mit Hirnhautentzündung (Meningitis) Therapie der Wahl. Da die Virustatika nur ins Geschehen eingreifen können, solange sich die Viren vermehren, muss mit der Therapie möglichst dann begonnen werden, wenn die Haut spannt und kribbelt und nicht erst, wenn die Bläschen geplatzt sind.

Was Dosierschema und -höhe betrifft, unterscheiden Virologen, ob es sich um eine Primärinfektion oder eine Rezidivbehandlung handelt.

Welche Arzneistoffe helfen bei Windpocken?

Die Behandlung unkomplizierter Windpocken erfolgt symptomatisch, dass heißt, die Ursache, also die Virusinfektion, kann nicht ausgeschaltet werden. Die Behandlung besteht hauptsächlich in der Milderung des Juckreiz mit. Dazu werden beispielsweise eingesetzt:

  • Kalte Umschläge mit Baumwoll- oder Leinentüchern, eventuell mit Kamilleextrakt
  • Lotio alba aquosa, eventuell mit einem zwei- bis fünfprozentigem Zusatz von Polidocanol, einem Lokalanästhetikum
  • Cremes oder Gele mit Antihistaminika, sie wirken nicht gegen den Virus, können aber den Juckreiz mindern.
  • Innerlich Antihistaminika: Müde machende Antihistaminika abends vor dem Schlafengehen angewandt sorgen dafür, dass man trotz des Juckreizes zur Ruhe findet.

Die Behandlung mit Virustatika wie Aciclovir lehnen viele Experten für milde verlaufende Windpocken ab.

Prinzipiell sollte die Immunabwehr nicht beeinflusst werden, um dem Körper die Gelegenheit zu geben, einen guten Immunstatus aufzubauen.
Das Fieber darf bei Kindern nicht mit Acetylsalicylsäure behandelt werden, da bei Kindern unter 14 Jahren das so genannte Reye-Syndrom droht. Besser geeignet sind Paracetamol-haltige Präparate.

Welche Arzneistoffe helfen bei der Gürtelrose?

Für die Therapie stehen in Deutschland vier Virustatika aus der Gruppe der Nukleosidanaloga in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung. Eingesetzt werden beispielsweise:

  • Aciclovir
  • Valaciclovir
  • Famciclovir
  • Brivudin

Schmerzen nach dem Abheilen einer Gürtelrose, die sogenannten "postzosterische Schmerzen" , sind schwer zu behandeln. Von Anfang an sollte sich der Patient auf eine langfristige Strategie - auch psychologisch - einstellen. Denn: Mit einem Schmerzmittel ist es leider oft nicht getan. Nach ein paar Wochen kehren die Beschwerden oft wieder.

Ärzte beginnen meist mit Schmerzmitteln wie Paracetamol mit Codein. Allerdings kommt man mit der alleinigen Analgetika-Gabe häufig nicht sehr weit. Man kombiniert deshalb mit Antiepileptika wie Carbamazepin oder vor allem mit trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin oder Doxepin. Bei etwa 40 Prozent der Patienten lässt sich so ein Zustand erreichen, mit dem sie zumindest leben können.

Auch andere Behandlungsmethoden wie die perkutane Therapie mit Capsaicin, die transkutane Elektrostimulation oder Infiltrationstherapien mit Lokalanästhetika oder Nervenblockaden sind einen Versuch wert. Die postzosterische Neuralgie sollte von einem Schmerztherapeuten oder spezialisierten Neurologen behandeln werden.

 

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Letzte Änderung: 16.12.2004