Welche Symptome haben Herpesinfektionen?
Wer einmal einen Herpes - egal an welcher Stelle - hatte, kennt die Symptome. Im Zweifelsfall und beim ersten Auftreten der Beschwerden sollte man sich an den Arzt wenden.
Wie macht sich Lippenherpes bemerkbar?
Manche Patienten leiden alle vier bis sechs Wochen unter den unschönen Bläschen an der Lippe, andere ein- bis zweimal im Jahr.
Die primäre Infektion verläuft in mehr als 90 Prozent der Fälle ohne Symptome. Später wird das Virus reaktiviert. Die Herpesviren kündigen sich mit einem Spannungsgefühl an der Lippe, mit Jucken, Kribbeln und Brennen an. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Viren, sich zu vermehren. Nach ein bis zwei Tagen platzen die Hautzellen, weil sie der Virusvermehrung in ihrem Inneren nicht Stand halten können: Auf gerötetem Grund bilden sich in Gruppen die typischen nässenden Bläschen. Sie sind prall mit einer Flüssigkeit gefüllt, die Millionen von Viren enthält. Irgendwann bersten die Bläschen und setzen die Viren frei. Anschließend verschorft der befallene Bereich. Die Krusten heilen dann innerhalb von zehn Tagen ab. Bis der gesamte Herpes mit Schorf bedeckt ist, kann man andere mit Herpes infizieren.
Wie macht sich Genitalherpes bemerkbar?
Die Herpesviren setzen den Betroffenen heftig zu. Manifestieren sie sich zum ersten Mal, kommt es zu den typischen, in Gruppen stehenden Bläschen in der Genitalregion, auch in der Scheide, die mit seröser Flüssigkeit gefüllt sind und irgendwann platzen. Dadurch entstehen kleine sehr schmerzhafte Geschwüre, die auch zusammenfließen können. Bedeckt sind diese Veränderungen mit gelblichen Belägen. Es kommt häufig zu Ausfluss und Brennen beim Urinieren.
Daneben können Fieber, geschwollene Lymphknoten und allgemeines Unwohlsein die sichtbaren Symptome begleiten. Die Erkrankung kann bis zu vier Wochen dauern. Bei wiederholtem Auftreten wird ab und zu auch der Harnleiter in Mitleidenschaft gezogen.
Bei etwa der Hälfte der Patienten kündigt sich ein Ausbruch der Bläschen an. Die Warnzeichen reichen von einem Kribbeln oder Brennen in der Genitalgegend bis zu Nervenschmerzen in Gesäß oder Leiste. Auf diese Vorankündigung ist zu achten, damit der Arzt schnell Medikamente einsetzen kann, die die Symptome bekämpfen.
Wie machen sich Windpocken bemerkbar?
Etwa zwei bis drei Wochen, nachdem man sich mit den Viren infiziert hat, entwickeln sich auf Haut und Schleimhaut kleine, stark juckende Bläschen. Der Ausschlag beginnt in der Regel auf dem Rumpf und im Gesicht. Er kann sich aber auch auf dem Haarboden, die Arme und die Beine ausbreiten. Die Schleimhäute besonders im Mund und auch die Geschlechtsteile können betroffen sein. Die Bläschen enthalten zunächst klare Flüssigkeit, die sich bald trübt. Schließlich trocknen die Bläschen unter Krustenbildung ab. Da die Bläschen zeitlich versetzt nachschießen, andere aber schon am Eintrocknen sind, sieht man immer mehrere Stadien der Krankheit nebeneinander. Nach ein bis zwei Wochen fallen die Krusten ab; ein Zeichen dafür, dass der Kranke nicht mehr infektiös ist.
Möglicherweise werden die Hautveränderungen von Fieber begleitet. Kinder sind meist nur leicht angeschlagen, während Erwachsene stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Fieber von 41 Grad ist keine Seltenheit.
Zunächst sichtbare kleine Narben verschwinden gewöhnlich nach wenigen Monaten, ohne Spuren zu hinterlassen. Wenn die Bläschen jedoch aufgekratzt wurden, entstehen dauerhafte Narben. In jedem Fall sollte der Arzt aufgesucht werden.
Wie macht sich Gürtelrose bemerkbar?
Bevor sich die Haut charakteristisch verändert, fühlen sich die Patienten meist matt, abgeschlagen und haben leichtes Fieber. Nach zwei bis drei Tagen schmerzt die Region um den betroffenen Nerv heftig. Dort bilden sich dann in Gruppen stehende Knötchen, die sich in Bläschen verwandeln. Die Bläschen enthalten eine wässrige, manchmal blutige Flüssigkeit. Der Hautausschlag, der gürtelförmig im Lendenbereich erscheint, gab der Erkrankung ihren Namen. Im Normalfall ist der Ausschlag auf eine Körperseite begrenzt und zieht sich an einem Nervenstrang entlang. Heilen die Bläschen ab, bleiben häufig weiß oder bräunlich verfärbte Hautflecken zurück. Manchmal ist auch das Gesicht in Mitleidenschaft gezogen, wenn das Varicella-zoster-Virus den Trigeminusnerv als Aufenthaltsort benutzt. Dann können die Bläschen am oder im Auge, an der Nase, Stirn und behaarten Kopfhaut auftreten. Ist das Auge betroffen, kann es zu bleibenden Schäden an der Hornhaut bis hin zur Erblindung kommen. Auch bestimmte Muskelgruppen des Gesichts können gelähmt bleiben. Bei einigen Patienten können Gehirn, Hirnhaut oder Rückenmark mitbeteiligt sein, man spricht von Zoster-Enzephalitis, -Meningitis oder -Myelitis.
Verläuft die Erkrankung ohne Komplikationen, ist die Prognose gut. Eine Zoster-Neuralgie sorgt für ein eventuell dauerhaft bestehendes Schmerzgefühl. Auftreten und Dauer sind vom Alter der Patienten abhängig.
wolf
|