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Welche Ursachen und Risikofaktoren haben Herpesinfektionen?

Die erste Infektion mit Herpesviren verläuft in der Regel still. Sind die Viren erst mal im Körper, bleiben sie dort lebenslang erhalten. In unregelmäßigen Abständen verursachen sie Beschwerden.

Welche Ursachen hat Lippenherpes (Herpes labialis)?

  • Der Lippenherpes (Herpes-simplex-Virus Typ 1) wird übertragen durch:
  • Tröpfcheninfektion
  • direkten Kontakt, zum Beispiel beim Küssen
  • Schmierinfektion, beispielsweise beim Berühren der infizierten Stelle oder durch gemeinsames Benutzen einer Tasse.

Die erste Infektion mit dem Herpesvirus erfolgt häufig im Kindesalter und verläuft still. Die Erreger dringen durch kleinste Haut- oder Schleimhautverletzungen ein und siedeln sich im Mundbereich an. Von der Oberhaut bewegt sich das Virus über die Nervenbahnen zu den Nervenwurzeln. Hier bleibt es in einer Art Dämmerzustand teils jahrelang, ohne durch weitere Krankheitszeichen auf sich aufmerksam zu machen. Im Falle des Lippenherpes ist der Nervenknoten in der Nähe der Schläfe, der Trigeminusknoten, der Aufenthaltsort. Erst bei geschwächtem Immunsystem wird das Virus wieder aktiv. Ist die Initialzündung für die Virusvermehrung erst einmal gegeben, vermehren sich die Viren in rasender Geschwindigkeit millionenfach.

Wie genau die Viren aktiviert werden, ist bis heute nicht genau erforscht; die auslösenden Faktoren können individuell unterschiedlich sein. Fest steht jedoch: Ein intaktes Immunsystem - wofür gesunde Ernährung und eine ausgeglichene Lebensweise mit viel Bewegung die Voraussetzung sind - vermindert die Anfälligkeit.

Durch verschiedene Faktoren wird das Immunsystem geschwächt, was den Ausbruch einer Herpesinfektion begünstigen kann. Dazu gehören beispielsweise:

  • fiebrige Infekte
  • Stress im Beruf oder in der Beziehung
  • vermehrte Sonneneinstrahlung
  • abrupt veränderte Luftverhältnisse
  • Austrocknung nach langem Aufenthalt im Wasser
  • hormonelle Veränderungen bei Menstruation oder Schwangerschaft

Welche Ursachen hat Genitalherpes (Herpes genitalis)?

Der Genitalherpes-Virus (Herpes-simplex-Virus-Typ 2) wird beim Geschlechtsverkehr oder beim oralen Sex mit einem infizierten Partner übertragen. Oft wissen die Betroffenen gar nichts von ihrer Infektion und von der Ansteckungsgefahr, da die Viren nicht nur dann aus dem Körper ausgeschieden werden, wenn sichtbare Bläschen vorhanden sind. Es gibt auch symptomlose Phasen, in denen der Körper Krankheitserreger mit den Genitalsekreten ausscheidet.

Der Herpes genitalis-Virus ist keineswegs selten. Nahezu jeder fünfte Deutsche über zwölf Jahren ist infiziert. Allerdings verläuft die Infektion bei 20 Prozent der Betroffenen unauffällig oder symptomfrei. Ohne es zu ahnen, geben diese Menschen jedoch beim Geschlechtsverkehr die Viren weiter. Virologen vermuten, dass so rund 95 Prozent der Neuinfektionen zustande kommen. Denn es genügen winzige, kaum sichtbare Hautverletzungen, damit die Viren in den Körper eindringen können.
Genauso wie die Primärinfektion mit Lippenherpes-Viren verläuft auch die Erstinfektion mit Genitalherpes-Viren zumeist ohne Symptome. Während sich Lippenherpes-Viren ins Trigeminusganglion zurückziehen, benutzen Genitalherpes-Viren die Nervenknoten entlang des Rückenmarks, vorwiegend in der Kreuzbein- und Lendenregion als Aufenthaltsort. Ebenso wie der Lippenherpes bricht der Genitalherpes vor allem dann aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Welche Ursachen haben Windpocken?

Infiziert sich jemand das erste Mal mit Varicella-zoster-Viren, bekommt er Windpocken. Varicella-zoster-Viren sind die einzigen Vertreter der Herpesfamilie, die mit der Luft durch Tröpfchen beim Atmen oder Husten übertragen werden. Die Viren werden bis zu mehreren Metern weit geschleudert. Den Namen Windpocken bekam die Krankheit, weil der Erreger sehr leicht, scheinbar mit einem Windhauch, übertragen wird. So ist es fast unmöglich, eine Ansteckung innerhalb der Familie zu vermeiden. Aber auch die Berührung virushaltiger Bläschen oder Krusten birgt Ansteckungsgefahr.

Die Infektion findet meist schon im Kindesalter statt. Es gibt nur wenige Kinder, die von dieser Krankheit verschont bleiben. Erkranken diese dann als Erwachsene an Windpocken, so ist der Krankheitsverlauf meist sehr schwer.

Welche Ursachen hat Gürtelrose (Herpes zoster)?

Das Varicella-zoster-Virus zieht sich nach überstandenen Windpocken an Nervenfasern entlang zu den Spinalganglien, also Nervenknoten entlang des Rückenmarks, zurück. Dort ruht es viele Jahre unbemerkt. Wird das Virus reaktiviert, löst es die so genannte Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, aus. Die Bläschen sind örtlich auf das Versorgungsgebiet des jeweiligen Nervs beschränkt. Bei einer Windpockenerkrankung hingegen sind die Bläschen auf den ganzen Körper verteilt.

Wie das inaktive Virus im Spinalganglion aktiviert wird, ist nicht endgültig geklärt. Sicher ist nur, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel HIV-Infizierte oder Krebspatienten, häufiger an Gürtelrose erkranken als Gesunde. Der Zoster tritt meist erst auf, wenn man das 50. Lebensjahr überschritten hat. Aber auch Stress oder starke seelische Belastungen können die Viren hervorlocken.

Wer bereits Windpocken hatte, kann sich in der Regel nicht bei einem Gürtelrose-Erkrankten anstecken. Personen, die noch keinen Kontakt mit Windpocken hatten, können sich dagegen bei einem Gürtelrose-Kranken infizieren. Sie bekommen dann jedoch Windpocken und nicht Herpes zoster.

 

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wolf

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Letzte Änderung: 16.12.2004