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Welche Arzneistoffe werden zur Behandlung von Herzinsuffizienz eingesetzt?

Zumeist erfolgt eine Kombinationstherapie in Abhängigkeit zu Grunderkrankung und Schweregrad. Als besonders günstig hat sich in der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz die Dreifachkombination Diuretikum, ACE-Hemmer und Digitalis erwiesen. Je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz verordnet der Arzt die Medikamenten nach einem Stufenschema.

In leichteren Fällen können auch pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden. Weissdornextrakt führt zu einer  Befindlichkeitsverbesserung und ist angezeigt bei den NYHA-Stadien I und II. Die Wirkung setzt erst nach einigen Tagen ein.

 

Diuretika

Diuretika dienen der Entwässerung des Körpers, indem sie die Flüssigkeitsausscheidung erhöhen. Sie wirken vorwiegend gegen die Symptome, die die Herzschwäche begleiten, können aber die Prognose der Erkrankung nicht verbessern.

Diuretika bewirken oft rasch eine Besserung der Symptome (Ödeme, Atemnot). Auf längere Sicht können sie jedoch die Besserung nicht aufrechterhalten. Deshalb werden sie in einer Kombination mit ACE-Hemmer verabreicht.

Zu den Diruetika gehören unter anderem folgende Arzneistoffe  (in alphabetischer Ordnung)

  • Acetazolamid
  • Chlortalidon
  • Clopamid
  • Furosemid
  • Hydrochlorothiazid
  • Kaliumcarenoat (zur Injektion)
  • Mannitol (zur Injektion)
  • Metolazon
  • Spironolacton (oral)
  • Torasemid (zur Injektion)

 

Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems

a. ACE-Hemmer

Diese Arzneistoffe verhindern, dass  das Angiotensin Converting enzyme (ACE) Angiotensin I in Angiotensin II umwandeln kann. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und der Herzmuskel arbeitet kräftiger.

Außerdem hemmen sie den Abbau körpereigener Substanzen, die gefässerweiternd und damit blutdruckerhöhend wirken. Diese Eigenschaft ist auch der Grund für eine unangenehme Nebenwirkung: Reizhusten.

  • Benazepril
  • Captopril
  • Enalapril
  • Fosinopril
  • Lisinopril
  • Perindopril
  • Quinapril
  • Ramipril
  • Trandolapril

 

Angiotensin II Antagonisten

Dabei handelt es sich um eine neuere Arzneistoffgruppe. Die Wirkstoffe sind "Gegenspieler”, die die Wirkung des Angiotensin II hemmen. Sie greifen in den Renin-Angiotensin-Mechanismus ein.

  • Losartan

 

Herzglykoside

Die Wirkstoffe stammen aus Heilpflanzen, vor allem aus Fingerhut, der Meerzwiebel und Strophathus-Arten.

Herzglykoside steigern auf Grund direkter und indirekter Wirkungsmechanismen die Schlagkraft des Herzens. Die Dosis zur Heilwirkung liegt nahe an der Dosis, die bereits zu Vergiftungserscheinungen führt. Es müssen ständig Kontrollen hinsichtlich der richtigen Dosierung erfolgen.

Zu den Herzglykosiden gehören unter anderem:

  • Convallatoxin
  • Digitoxin
  • Digoxin
  • g-Strophanthin
  • Proscillaridin
  • ß-Acetyldigoxin

 

Betarezeptorenblocker

Viele wichtige Vorgänge im menschlichen Körper sind rezeptorvermittelt. Das bedeutet, dass eine ganz bestimmte Substanz an ihrer speziellen Bindungsstelle, dem Rezeptor, bindet und damit eine Wirkung auslöst.

Die Blockade der Beta-Rezeptoren am Herzen führt zu einer Verbesserung der Pumpfunktion der linken Herzkammer. Die Anwendung von Betarezeptorenblockern bei Herzmuskelschwäche ist eine junge Entwicklung. Studien haben belegt, dass sie - entgegen früherer Ansicht - in der Langzeittherapie die Prognose der Herzinsuffizienz verbessern.

Der Einsatz wird zusätzlich zur Basistherapie der Herzinsuffizienz empfohlen. Dabei soll mit einer geringeren Dosis begonnen und langsam gesteigert werden. Langzeitstudien fehlen bislang.

  • Bisoprolol
  • Carvedilol
  • Esmolol
  • Metoprolol

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Letzte Änderung: 11.01.2007