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Wie teilt man Herzrhythmusstörungen mit unregelmäßigem Herzschlag ein?

Die Herzrhythmusstörungen, bei denen der Herzschlag unregelmäßig ist oder bei denen zusätzliche Herzschläge hinzu kommen, werden weiter unterteilt nach dem Ausgangspunkt der Arrhythmie. Unterschieden wird nach dem Ausgangspunkt der Unregelmäßigkeit, wie Sinusknoten, Vorhöfen oder Kammern.


Unregelmäßige Herzschlagfolgen, die vom Sinusknoten ausgehen (Sinusarrhythmien)

beobachtet man insbesondere bei Jugendlichen in Zusammenhang mit der Atmung ohne krankhafte Ausprägung. Krankhafte unregelmäßige Herzschlagfolgen entstehen bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit), akuter entzündlicher Erkrankung des Herzmuskels (Myokarditis), schwerer Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) und extrem gesteigerter Schilddrüsenfunktion. Eine Sonderform ist das Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom), bei dem verschiedene Störungen im Wechsel auftreten (u.a. anhaltende verlangsamte Herzschlagfolge, die vom Sinusknoten ausgeht, Wechsel zwischen verlangsamter und zu schneller Herzschlagfolge, mangelnder Frequenzanstieg unter Belastung).

 

Zusätzliche Herzschläge, die von den Vorhöfen ausgehen (supraventrikuläre Extrasystolen)

sind gelegentlich auch bei Gesunden in körperlicher Ruhe anzutreffen. Die Auswirkungen solcher vereinzelt auftretender zusätzlicher Herzschläge sind harmlos. Gehäuft findet man sie u. a. bei Schädigungen des Herzmuskels durch Entzündungen oder infolge mangelnder Blutzufuhr, erniedrigtem Kaliumspiegel, Sauerstoffmangel, Digitalisvergiftungen, neurovegetativen Störungen oder Überdehnungen der Vorhofwand.

Durch die zusätzlichen Herzschläge verschiebt sich der Sinusrhythmus und die Füllung der Herzkammer ist bei dem vorausgehenden Herzschlag herabgesetzt. Das Schlagvolumen vermindert sich und der Blutdruck sinkt. Salven von Extrasystolen führen zu einem deutlichen Blutdruckabfall.

 

Zusätzliche Herzschläge, die von den Kammern ausgehen (ventrikuläre Extrasystolen),

kommen sowohl bei psychovegetativ labilen Patienten als auch bei solchen mit organischen Herzerkrankungen vor. Psychovegetativ bedingte zusätzliche Herzschläge verschwinden im Allgemeinen unter Belastung und sind daher harmlos. Die Zahl der zusätzlichen Herzschläge, die durch eine Schädigung des Herzens hervorgerufen werden, nimmt bei Belastung zu. Die klinischen Folgen hängen davon ab, ob die zusätzlichen Herzschläge vereinzelt, gehäuft oder salvenartig auftreten, und ob sie von einem oder mehreren Zentren ausgehen. Besonders gefährlich sind zusätzliche Herzschläge, die von den Kammern ausgehen, wenn sie in eine bestimmte Phase des rhythmischen Ablaufes fallen, da dadurch sogenannte "kreisende Erregungen" im Herzen entstehen können und lebensbedrohliches Kammerflimmern ausgelöst werden kann. Dann ist ein Weiterpumpen des Bluts nicht mehr möglich.

 

Störungen der Erregungsleitung

werden durch atheriosklerotisch veränderte Herzkranzgefäße (Koronarsklerose), Herzinfarkt, erhöhten Kaliumspiegel, Herzmuskelentzündung sowie Überdosierung mit Digitalis-Herzglykosiden oder Chinidin verursacht.

 

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Letzte Änderung: 11.01.2007