Welche Medikamente werden bei niedrigem Blutdruck eingesetzt?
Medikamente zur Steigerung des Blutdrucks sind (mit Ausnahmen) eher unterstützende Maßnahmen und werden nur zeitlich begrenzt eingesetzt.
Sie sind angezeigt bei krisenhaftem akutem Blutdruckabfall, hartnäckigen Formen chronischer Hypotonie und schweren Formen von orthostatischer Dysregulation mit Blutdruckkrisen und Ohnmachtgefahr.
Eingesetzt werden beispielsweise:
- Dihydroergotamin
Das Mutterkornalkaloid Dihydroergotamin erhöht den
Druck, mit dem die Venen sich zusammenziehen. So kann das Blut
besser zum Herzen zurück transportiert werden.
- Amezinium
Diese Wirkstoffe wirken über die
Regulierungsmechanismen des Nervensystems und den Widerstand der
Gefäße. Sie werden eingesetzt, um die Schlagkraft des Herzens zu
erhöhen. Auch wenn eine relativ geringe Blutmenge aus dem Körper
ins Herz zurückfließt, wird der Blutdruck beim Weiterpumpen durch
einen kräftigen Herzschlag aufrecht erhalten.
Bei orthostatischer Dysregulation und nicht
funktionierender Nervenregulation (asympathikoton) oder chronisch
niedrigem Blutdruck mit verlangsamtem Herzrhythmus (Bradykardie)
wird Fludrocortison
eingesetzt. Das Mineralcorticoid verringert die
Kochsalzausscheidung aus dem Körper über die Nieren. Damit wird
das Blutvolumen erhöht. Wegen seiner Nebenwirkungen wird
Fludrocortison nur eingesetzt, wenn eine kombinierte Behandlung
mit Etilefrin und Dihydroergotamin ohne Erfolg bleibt.
Kann die Homöopathie helfen?
Auch mit homöopathischen Mitteln kann der
Kreislauf wieder in Schwung gebracht werden. Welches Mittel
allerdings in welcher Potenz eingesetzt wird, ist von der Ursache
des Blutdruckabfalls und den Symptomen abhängig. Homöopathika,
wie beispielsweise Pulsatilla, Nux vomica oder Coffea, werden
eingesetzt nach Flüssigkeitsverlust durch Durchfall, bei
niedrigem Blutdruck durch Stress oder anderen Ursachen. Bei chronischen
Beschwerden setzt der erfahrene Homöopath Hochpotenzen ein, bei
akuten Vorfällen helfen auch niedrige Potenzen. So viele
Beschwerden auf einen niedrigen Blutdruck zurückzuführen sind, so
viele Homöopathika können eingesetzt werden.
Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft
Vor allem in den letzten drei Monaten der
Schwangerschaft liegt bei knapp einem Zehntel der Schwangeren der
obere Blutdruckwert unter 100 mm Hg. Wenn der Kreislauf dabei
stabil bleibt, ist der niedrige Blutdruck kein Risiko für das
Ungeborene.
Treten allerdings zusätzlich orthostatische
Beschwerden auf, wie Schindelgefühl oder nahende Ohnmacht, dann
kann die Gefahr bestehen, dass die Herzfrequenz des Fötus
verlangsamt wird.
Ist der Blutdruck mit Wechselduschen,
Bewegung usw. nicht zu steigern, kann in der Spätschwangerschaft Dihydroergotamin eingesetzt
werden.
zwis
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